Foto: Shutterstock/ Osadchaya Olga
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In der Corona-Pandemie schaffen sich mehr Menschen als sonst einen Hund an. Ob Labrador, Golden Retriever oder Französische Bulldogge: „Die Nachfrage ist extrem. Quer durch alle Rassen“, sagt der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Landesverbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH), Herbert Klemann, in Worms.

Wenn auch landläufig meist nur kurz „Labrador“ genannt, lautet die offizielle Bezeichnung der Hunderasse Labrador Retriever. Die Züchter würden mit Anrufen regelrecht „bombardiert“ und könnten gar nicht so viel züchten, wie nachgefragt werde. Das sei schon im vergangenen Jahr so gewesen: „Und der Bedarf ist immer noch da. Dass der Lockdown verlängert wurde, treibt das Ganze noch mal an.“

Denn in der Corona-Pandemie sind viele Familien mehr als sonst zu Hause – Kindergarten- und Schulkinder ebenso wie Berufstätige, die im Homeoffice oder in Kurzarbeit sind. „Oft ist da der Wunsch, einen Hund zu kaufen, eine unüberlegte Entscheidung. Vielleicht denkt der ein oder andere, der Hund ist ein gutes Spielzeug fürs Kind“, sagt Klemann, der selbst jahrelang American Cocker Spaniel gezüchtet hat.

Der Run auf Hundewelpen sei derzeit sehr groß: „Den Züchtern wird die Hütte eingerannt.“ Im Grunde genommen gebe es keine Welpenvermittlung mehr: „Die Würfe sind schon vermittelt, wenn die Hündinnen trächtig sind“, berichtet er. Auch er sieht den Trend teilweise kritisch. „Wenn Eltern dem Kinderwunsch nachgeben und selber aber eigentlich gar keinen Hund wollen, kann das nur schiefgehen.“

Viele würden Hunde über das Internet erwerben. Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei der Tierschutzorganisation Tasso im hessischen Sulzbach, warnt: „Gerade der illegale Online-Welpenhandel boomt.“ Die „meist aus Osteuropa stammenden Wühltischwelpen“ seien oft krank, viel zu früh von der Mutter getrennt.

Quelle: dpa