ARD-Märchenfilm
Foto: Ulrich Perrey/dpa

Wenn Schauspielerin Friederike Becht ihren Kindern aus dem Märchenbuch vorliest, erspart sie ihnen besonders brutale Szenen. „Ich bin mit Grimms und Andersens Märchen groß geworden“, sagte die 33-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

„Eben diese Märchen und weitere – alte und neue Märchen aus aller Welt – gibt es auch in den Zimmern meiner Kinder, und wir lesen sie gerne. Manche mildere ich beim Lesen allerdings etwas ab, denn die Brutalität in den meisten Märchen ist enorm. Apropos Brutalität – Hänsel und Gretel ist derzeit die Lieblingsgeschichte meiner Tochter.“

Ihr Lieblingsmärchen als Kind war ein Klassiker aus Dänemark: „Als junges Mädchen war es ‚Die kleine Seejungfrau‘ von Andersen. Das unglücklich verliebte Mädchen, das mich in seiner Fähigkeit, uneigennützig zu lieben, berührt.“ Beim Märchen vorlesen entstehe eine „unsichtbare Welt“, so die Schauspielerin. „Man begibt sich auf eine Reise, obwohl man körperlich an Ort und Stelle bleibt.“

Man verschwinde und sitze plötzlich neben Aschenputtel am Kamin, bete, dass die Zauberin nicht kommt, wenn der Prinz bei Rapunzel im Turm ist, möchte auch so mutig sein wie das tapfere Schneiderlein, das zu Beginn der Geschichte an einem Sommermorgen an seinem Tisch am Fenster sitzt, und verstehe vielleicht erst als Erwachsener, wie reich Hans im Glück trotz leeren Händen wirklich ist.

„Märchen verknüpfen uns mit unseren Ängsten, es geht ums Erwachsenwerden, um Verlust, Tod, um Grenzerfahrungen der Märchenhelden, die wir miterleben, wenn wir ihnen zuhören“, meint Becht.

Quelle: dpa