Welcher Unternehmensgründer erklärte Anfang Februar überraschend, im Sommer vom Posten des CEO zurücktreten zu wollen?

Jeff Bezos, Unternehmensgründer von Amazon, erklärte Anfang Februar überraschend, im Sommer vom Posten des SEO zurücktreten zu wollen. Wer sein Nachfolger wird, sagen wir euch hier.
Amazon-Chef Jeff Bezos
Foto: Patrick Semansky/dpa

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon leitet nach einem Rekord-Geschäftsjahr einen Wechsel an seiner Vorstandsspitze ein. Gründer Jeff Bezos tritt nach rund 27 Jahren einen Schritt zurück und übergibt den Vorsitz im dritten Quartal 2021 an seinen langjährigen Kronprinzen Andy Jassy, der die boomende Cloud-Sparte leitet.

Für den Konzern dürfte dies indes keinen großen Umbruch bedeuten, als geschäftsführender Vorsitzender des Verwaltungsrats bleibt Bezos der starke Mann im Hintergrund. Amazon bemühte sich rasch, die Bedeutung herunterzuspielen – Bezos werde besonders bei großen Entscheidungen „sehr involviert“ bleiben, sagte Finanzchef Brian Olsavsky.

Jassys Beförderung kommt derweil nicht überraschend, der 53-Jährige galt schon lange als Favorit, einmal die Nachfolge des nur vier Jahre älteren Bezos anzutreten. Jassy ist ein Firmenveteran und enger Vertrauter von Bezos.

Er baute das lukrative Cloud-Geschäft auf und verantwortet mit Amazon Web Services (AWS) das Flaggschiff der Sparte, die sich längst zum Profitzentrum des Konzerns entwickelt hat. Angesichts der starken Zahlen, die Amazon zuletzt lieferte, sprach Bezos von einem „optimalen Zeitpunkt für den Übergang“. Doch Jassy steht auch vor großen Herausforderungen. Im Cloud-Geschäft wird die Konkurrenz immer größer, zudem nimmt der Regulierungsdruck zu.

Bezos dürfte jedoch auch künftig viel Einfluss bei Amazon ausüben. In einem Memo an die Mitarbeiter erklärte der 57-Jährige, dass es bei seiner Entscheidung nicht darum gehe, sich in den Ruhestand zu verabschieden.

Am 5. Juli 1994 gründeten Bezos und seine damalige Ehefrau MacKenzie in einer Garage bei Seattle einen Online-Buchladen. Daraus entstand einer der wertvollsten Konzerne der Welt: Amazon. Was mit Büchern begann, entwickelte sich zum größten Internetkaufhaus der Welt.

Heute hält Amazon mit seinen Cloud-Services, die etwa Start-ups IT-Anwendungen und Speicherplatz im Netz bieten, unzählige Firmen am Laufen. Der Konzern hat zudem eine eigene US-Supermarktkette und Streaming-Services. Mit dem Aufbau einer eigenen Lieferlogistik setzt Amazon Paketzusteller wie UPS, Fedex und DHL unter Druck – und niemand weiß so recht, welche Branchen als nächstes drankommen.

dpa