Duden 28. Auflage 12. August 2020
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Der Ginkgobaum ist etwas Besonderes – das fand schon Johann Wolfgang von Goethe. Er beschrieb in seinem Gedicht „Ginkgo biloba“ für seine Liebe Marianne von Willemer das Blatt des Baumes – welches einen hohen Wiedererkennungswert hat. Der Ginkgo ist in China heimisch.

Es ist in der Mitte mal mehr, mal weniger stark eingekerbt, was sogar wie zwei Blätter mit gemeinsamer Verbindung wirken kann. Goethe schrieb: „Ist es ein lebendig Wesen, das sich in sich selbst getrennt? Sind es zwei, die sich erlesen, dass man sie als eines kennt?“

War das Blatt für Goethe Sinnbild für Freundschaft und Liebe, ordnet man dem aus Asien stammenden Gehölz auch symbolische Bedeutungen wie Kraft und Wunder zu. Und das ist der Ginkgobaum auch, er lässt staunen. Ein paar Fakten:

„Dieses Gehölz zählt zu den ältesten Arten auf der Welt“, erklärt Prof. Andreas Roloff, Direktor des Forstbotanischen Gartens Tharandt (Sachsen). Die Wissenschaft geht davon aus, dass er seit 200 Millionen Jahren vollkommen unverändert auf der Erde wächst. „Er scheint optimal ausgestattet zu sein, um so lange mit Veränderungen immer wieder zurechtzukommen“, so der Professor für Forstbotanik.

Ein Beweis für seine Robustheit: Ein Ginkgobaum in Hiroshima brannte zwar durch die Explosion der Atombombe 1945, aber er trieb wieder aus. Der Ginkgo erweise sich als ein guter Stadt- und Straßenbaum, der Verunreinigungen und Autoverkehr gut wegstecken kann, erklärt Klaus Körber, Sachgebietsleiter für Obstbau und Baumschule an der Bayerischen Landesanstalt.

Zu den Besonderheiten des recht anspruchslosen Ginkgobaumes zählt auch seine Stellung unter den Gehölzen: Er ist weder Nadelbaum noch Laubbaum. Zwar trägt er Laub, das im Herbst fällt, aber er ist auch ein sogenannter Nacktsamern, die wir in der Regel als Nadelgehölze kennen. Ihre Bestäubung übernimmt der Wind. Die vermeintlichen Früchte des Ginkgos sind Samen mit fleischiger Hülle, die in Form und Farbe an Mirabellen erinnern. Daher kennt man den Ginkgobaum auch unter dem Namen Silberaprikose.

Quelle: dpa