Bohrmuschel
Foto: Shutterstock/HHelene

Die 2008 Jahr in der Nordsee vor Sylt versenkten Steine sind zur Heimat zahlreicher Meeresorganismen geworden. „Die Felsen sind bereits jetzt eindeutig ein Teil des Lebensraumes“, sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Die Umweltschützer hatten im Sommer 2008 70 Kilometer westlich von Sylt Felsblöcke in der Nordsee versenkt, um im ökologisch sensiblen Sylter Außenriff den Fischfang mit Grundschleppnetzen sowie den Sand- und Kiesabbau zu stoppen. Doch sie wurden auch schnell besiedelt. Als erstes kamen Algen, dann Seescheiden – die „Kläranlagen“ der Meere – sowie Zypressenmoos und Blättermoostierchen.

Dazwischen wuchsen fußballgroße Schwämme, die in ihrem Inneren oft Würmer und andere Tiere als „Untermieter“ beherbergen, sowie Schwert- und Bohrmuscheln. Letztere sind Meeresmuscheln, die Löcher in Holz oder Stein bohren und darin leben. Im Zoologenlatein heißt die weltweit verbreitete Weichtier-Familie Pholadidae.

Zu den Bohrmuscheln gehört beispielsweise der Schiffsbohrwurm. Er hat seine Schalen zu einer Art Bohrkopf umgeformt. Zum Bohren saugt er sich fest und dreht sich langsam um die eigene Achse. Dabei raspeln seine winzigen Schalen die Bohrgänge aus. Schiffsbohrwürmer können das Holz sogar verdauen. Hauptsächlich ernähren sie sich aber von Plankton. Der Schiffsbohrwurm lebt ursprünglich im Atlantik, der Nordsee und im Mittelmeer.

Quelle: dpa