Duden 28. Auflage 12. August 2020
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Max denkt immer an sich selbst zuletzt. Moritz hingegen denkt immer an sich, selbst zuletzt. Ein kleines Zeichen hat oft eine sehr große Wirkung. „Kommas helfen dem Leser die grammatische Strukturierung eines Satzes zu erkennen. Texte werden durch Kommas lesbarer“, erklärt Reinhard Markner von der Forschungsgruppe Deutsche Sprache in Berlin.

Trotzdem sind viele Schreiber verwirrt. Und das kann im Berufsleben üble Folgen haben. Nicht nur die vor Kommafehlern strotzende Bewerbungsmappe provoziert in der Regel Ärger. Auch wer in Geschäftsbriefen oder Notizen an den Vorgesetzten ständig an der falschen Stelle Kommas setzt und sie an der richtigen weglässt, tut sich keinen Gefallen.

Eine Kann-Regel greift bei dem erweiterten Infinitiv. Auch hier dürfen unter bestimmten Umständen Kommas gesetzt werden: Ist der erweiterte Infinitiv nicht näher bestimmt und nicht mit einem Einleitwort wie als, anstatt, außer, ohne, um verbunden, kann auf das Komma verzichtet werden: „Den Gedanken auszuwandern hatte er schon lange ins Auge gefasst.“ Gerade Sätze mit erweitertem Infinitiv würden schnell sehr lang, warnt Josef Kraus. „Ich würde daher immer das Komma setzen.“

Zu den wichtigsten Kommas gehören die zwischen Aufzählungen. „Hier gibt es meistens keine Probleme“, erklärt Kraus. Nur bei Appositionen in der Aufzählung müsse man vorsichtig sein: Max, Moritz, der Klassensprecher und Lotte sind vier Personen. Max, Moritz, der Klassensprecher, und Lotte hingegen sind drei Personen. Im zweiten Satz ist Moritz der Klassensprecher, im ersten Satz ist der Klassensprecher eine eigene Person. „Da muss man aufpassen“, mahnt Kraus.

Kommas vor Nebensätzen mit Konjunktion sind leicht zu verstehen: Ich bin traurig, weil sich mein Wunsch nicht erfüllt. Aber auch zwischen zwei Hauptsätze gehört ein Komma: Max liest Zeitung, Moritz singt. Werden diese allerdings durch ein „und“ oder ein „oder“ verbunden, darf das Komma gesetzt oder weggelassen werden.

Quelle: dpa