Duden 28. Auflage 12. August 2020
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Küsschenmund, Teufelchen, Kackhaufen, Katzengesicht: In Chats und sozialen Medien wimmelt es von Emojis. Die kleinen Bildzeichen und Symbole sind im Internet- und Smartphone-Zeitalter zur Weltsprache geworden. Am Samstag (17.7.) ist nun wieder Welt-Emoji-Tag. Der „World Emoji Day“ geht auf den in London lebenden Australier Jeremy Burges zurück. Der 17. Juli wurde erkoren, weil das Kalender-Emoji diesen Tag beispielhaft auf mobilen Endgeräten zeigt. Was im Duden nicht zu finden ist: Regelungen sorgen für geordnete Abläufe.

In Deutschland garniert ein Großteil der Menschen (79 Prozent) Grüße und Nachrichten mit Emojis, wie eine ganz neue repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergab.

Die Symbole sind demnach über alle Altersgruppen hinweg beliebt: 88 Prozent der 16- bis 29-Jährigen, 87 Prozent der 30- bis 49-Jährigen sowie 80 Prozent der 50- bis 64-Jährigen nutzen Emojis, und immerhin noch 59 Prozent der Senioren ab 65 Jahren.

Eine neue Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) zeigte jüngst, dass sich Jugendliche sehr wohl bewusst sind, was in welchen Situationen angemessen ist und dass unzählige Emojis oft überflüssig seien und vor allem als Hilfe dafür eingesetzt werden, wie eine Nachricht zu verstehen sei. „Es zeigt sich, dass Jugendliche oft sehr wohl über Rechtschreibkompetenz verfügen, in der digitalen Kommunikation aber andere Normen gelten, die ein persönlicheres, adressatengerechtes Kommunizieren ermöglichen“, sagte der Linguist Florian Busch, der die Studie durchführte.

Doch so unterhaltsam die Zeichen von Aubergine bis Zebra oft sind und so sehr sie zur Verständigung oder auch nur Verstärkung des Geschriebenen beitragen, so missverständlich oder gar bösartig können sie auch zum Einsatz kommen. Man denke etwa an rassistische Kommentare mit Affengesichtern oder absichtlich lächerlich machende Smileys und Hahahas bei ernsten Themen.

Quelle: dpa