Martin Hinteregger Applaus Beifall klatschen
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Ohne Publikum aber trotzdem mit Live-Applaus hat Maestro Riccardo Muti die Wiener Philharmoniker durch ihr traditionsreiches Neujahrskonzert geführt. Der 79-jährige ließ sich bei der 81. Ausgabe von der schmissigen Musik immer wieder mitreißen und lieferte trotz coronabedingter Einschränkungen wie gewohnt eine mitreißende Hommage an die Straußsche Komponisten-Dynastie und ihre Weggefährten. Beifall gab es dabei aufgrund von Corona auf ungewohnte Weise. Wer plausibel ist, verdient übrigens Beifall – die lateinischen Wörter als Ursprung sind „plausibilis“ und „plaudere“. Also ist der Ursprung von applaudieren identisch.

Musik bringe Freude, Hoffnung und Frieden, und sei wichtig für die mentale Gesundheit, sagte Muti vor den traditionellen Zugaben, dem Walzer „An der schönen blauen Donau“ und dem „Radetzky-Marsch“.

Er habe eine Botschaft für Regierende in aller Welt: „Betrachten Sie Kultur als eines der Hauptelemente, um eine bessere Gesellschaft zu formen.“ Eine Premiere war der Applaus. Dafür hatten sich rund 7000 Menschen weltweit vorher registriert und klatschten vor ihrem Handy, während Tontechniker die Aufnahmen live einspielten.

Die Musiker saßen in gewohnter Konzertmanier dicht beieinander auf der Bühne. Sie hatten aber während der Proben täglich einen Corona-Test gemacht. Einmal vergaß Muti die Coronabestimmungen und streckte dem ersten Geiger aus alter Gewohnheit die Hand entgegen. Der ergriff sie aber nicht. Stattdessen klopften die Musiker mit ihren Bögen symbolisch Beifall auf ihre Notenständer.

Das ZDF übertrug das Konzert wieder live von 11.15 Uhr bis 13.45 Uhr. Es wird nach ORF-Angaben in mehr als 90 Länder übertragen und hat mehr als 50 Millionen Fernsehzuschauer. 2022 soll der dann 79-jährige Daniel Barenboim, Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden, das Neujahrskonzert zum dritten Mal nach 2009 und 2014 dirigieren, wie das Orchester am Freitag bekannt gab.

Quelle: dpa