Ferienhaus Ferienort Henne Strand Dänemark
Foto: Tim Brakemeier/dpa

Wer mit dem Gedanken spielt, eine Ferienimmobilie im Ausland zu kaufen, sollte sich Zeit dafür nehmen. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) rät, keine Unterschrift vor oder während einer Besichtigung zu leisten.

In manchen Ländern könne sogar eine Signatur auf einem Schmierzettel rechtswirksam sein und unter Umständen als Vorvertrag gelten. Forderungen von Anzahlungen sollte ein Anwalt prüfen.

Interessenten sollten sich außerdem vor dem Kauf bei den Behörden erkundigen, ob ein Grundstück bebaut oder eine Immobilie umgebaut werden darf. Sie lassen sich am besten einen Register- oder Grundbuchauszug neuesten Datums vom Verkäufer vorlegen, notfalls gehe auch ein anderer wirksamer Nachweis des Eigentumsrechts. Auch ein Gutachten durch einen Sachverständigen zum Zustand der Bausubstanz sei meist vorteilhaft.

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Während man im Heimatland meist die Nebenkosten gut einschätzen kann, sollten sich Kaufinteressenten im Ausland über die Höhe der Grunderwerbsteuer, der Maklercourtage und die Notarkosten informieren.

Wichtige Fragen:

Eine Ferienimmobilie als Kapitalanlage – wie sinnvoll ist das?

«In der aktuellen Niedrigzinsphase kann es sinnvoll sein, den Anteil an sicheren Geldanlagen zu reduzieren und zum Beispiel mehr auf Sachwerte wie Immobilien zu setzen», sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW. Anleger sollten ihr Vermögen aber möglichst breit streuen und darauf achten, dass am Ende nicht die Sachwerte auf einmal das Portfolio dominieren.

Lohnt sich das finanziell?

«Eine Ferienimmobilie lohnt sich finanziell meist dann, wenn sie wenig oder gar nicht selbst genutzt wird sowie konstante und hinreichend hohe Mieteinnahmen erzielt werden können», erklärt Alexander Wiech von Haus & Grund Deutschland mit Sitz in Berlin. Sie lohnt sich außerdem eher, wenn man die steuerlichen Anfangsverluste mit anderen Einkünften verrechnen kann, erklärt Hans-Jochen Gerlach vom Verband Wohneigentum. Vor einem Kauf sollten sich Interessenten überlegen, ob eine gute Nebensaison möglich ist und Aussicht auf eine Saison über die Weihnachtstage besteht. Wichtig ist, beim Kaufpreis nicht übers Ohr gehauen zu werden – hilfreich ist, Vergleichspreise am Ort und die realistischen Mieteinnahmen zu kennen.

Wo finden Interessenten geeignete Objekte?

Das Internet kann eine erste Anlaufstelle sein: Einfach in einer Suchmaschine die Wörter «Ferienimmobilien kaufen» eingeben – schon erscheinen eine Reihe von Ergebnissen. «Unabdingbar sind umfassende Besichtigungen und ein Erkunden der Umgebung vor Ort», sagt Peter Schöllhorn von der Deutsche Schutzvereinigung Auslandsimmobilien (DSA). Entscheidend ist die Lage des Objektes. Kaufinteressenten können sich auch an Makler wenden, die auf Ferienimmobilien spezialisiert sind. «Vermittelt wird häufig auch durch Sparkassen und Volksbanken», sagt Gerlach. Zu Rate gezogen werden sollten außerdem Fachanwälte und Steuerberater, die die Region kennen.