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Weine aus Italien bleiben 2020 bei den deutschen Importen der internationale Spitzenreiter. Das ergibt sich aus vorläufigen Berechnungen der eingeführten Weinmengen, wie das Deutsche Weininstitut (DWI) in Bodenheim in Rheinland-Pfalz mitteilte. Nummer zwei auf der Hitliste der Weinimport-Länder ist demnach Frankreich, gefolgt von Spanien auf Platz drei.

Allerdings ging die Menge des nach Deutschland eingeführten Weins aus Italien leicht zurück, wie Frank Schulz vom DWI berichtete. 2019 wurden in Deutschland durchschnittlich rund 20 Liter Wein getrunken, die Hälfte davon kam aus Deutschland. Nach den vorliegenden Angaben für den Zeitraum Oktober 2019 bis September 2020 seien rund 4,5 Millionen Hektoliter Wein italienischer Herkunft nach Deutschland gebracht worden.

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum sei das ein Minus von 4,2 Prozent. Deutsche Weine seien dagegen im Jahr der Corona-Krise klar besser gelaufen, betonte Schulz. Die Konsumenten hätten sich „während der Pandemie offenbar solidarisch mit der heimischen Weinwirtschaft“ gezeigt, erläuterte er. Das DWI ist die zentrale Marketingorganisation der deutschen Weinwirtschaft.

Als mengenmäßiger Weinweltmeister ist Italien wegen der Virus-Krise unter Druck. Der Umsatz des Sektors liegt bei rund elf Milliarden Euro. Hauptabnehmer im Ausland sind Weinliebhaberinnen und Weinliebhaber in den USA, gefolgt von Menschen in Deutschland. Allerdings werden Italiener in Krisen oft kreativ.

„Die Lage ist ernst, aber nicht so dramatisch, wie manche im März und April befürchtet hatten“, sagt Giulio Somma von dem Branchenverband Unione Italiana Vini. In der ersten Corona-Welle kursierten Alarmrufe über Absatzeinbrüche im hohen zweistelligen Bereich. Kurz vor Jahresende errechnete die internationale Wein-Organisation OIV bei der Produktion 2020 einen nur leichten Rückgang im Jahresvergleich auf gut 47 Millionen Hektoliter. Deutsche Winzer kamen danach auf knapp 9 Millionen Hektoliter, ein Fünftel der Menge Italiens.

Quelle: dpa