Foto: Jannarong/Shutterstock.com
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Diesen Spruch hast du vielleicht schon mal gehört: „Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen wird sie untergeh’n, im Norden ist sie nie zu seh’n.“ Allerdings sieht das anders aus, wenn man den Merkspruch über den Sonnenverlauf auf Neuseeland korrekt anwenden will. Dann muss es heißen: „Im Norden nimmt sie ihren Lauf“. Mit dem bekannten Merkspruch werden besonders Kinder in jungen Jahren häufig konfrontiert. Nebenbei eignet man sich auch so noch Wissen über die vier Himmelsrichtungen an, auch das ist natürlich hilfreich.

Manche sagen den Spruch auch etwas anders auf. Aber generell gilt: Der Reim ist zwar hilfreich, wenn man die vier Himmelsrichtungen bestimmen will. Wenn man es aber genau nimmt, ist eine Kleinigkeit falsch daran. Wenn es dunkel wird, sagen wir: Die Sonne geht unter. Aber das stimmt nicht: Die Sonne scheint immer.

Stattdessen dreht sich die Erde. So langsam, dass wir diese Drehung nicht merken. „Die Sonne steht annähernd still und strahlt in alle Richtungen“, erklärt ein Himmelsexperte. Aber die Erde dreht sich. Deshalb treffen die Sonnenstrahlen morgens in einem anderen Winkel auf den Ort, an dem wir sind, als zum Beispiel mittags oder abends. Wenn die Sonne gar nicht mehr dort strahlt, wo wir gerade sind, ist es Nacht bei uns. Unser Teil der Erde ist dann von der Sonne abgewandt.

Die Erde dreht sich so langsam, dass es nicht sofort dunkel wird, sondern erst nach und nach. „Es gibt keine Faustregel, wann es dunkel ist“, sagt der Himmelsexperte. «Aber man kann sagen, dass vor Mitternacht die Sonne jedenfalls überall in Deutschland untergegangen ist.» Untergegangen heißt in dem Fall: Die Sonne ist nicht mehr zu sehen. Es gibt auch Gegenden, wo die Sonne monatelang gar nicht verschwindet, und zwar im Gebiet um den Nordpol und den Südpol.

Quelle: dpa