Foto: Shutterstock/Ivanko80
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Mit einem neuen Feiertag rückt Thüringen die Rechte und Bedürfnisse von Kindern in den Mittelpunkt gerückt. Thüringen feiert jedes Jahr am 20. September den Weltkindertag – dann ist in dem Bundesland arbeits-und schulfrei.

Im beruflichen Alltag der Eltern kämen die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen nicht selten zu kurz, begründete die Familienministerin von Thüringen, Heike Werner, die Entscheidung.

Dabei hätten gerade sie ein Recht auf die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Gesellschaft. Landesweit gab es zahlreiche Angebote für Familien. Dazu gehörte unter anderem der erste Thüringer „Schlösserkindertag“ mit Veranstaltungen in zwölf Schlössern.

Der Weltkindertag wird in mehr als 145 Staaten begangen, um auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder und auf ihre Rechte aufmerksam zu machen. In der DDR wurde der Internationale Kindertag immer am 1. Juni gefeiert – allerdings ohne ein arbeitsfreier Feiertag zu sein.

Mit den Stimmen von Linke, SPD und Grünen wurde das Gesetz, das der Weltkindertag künftig ein Feiertag in Thüringen ist, entsprechend geändert. Seit September 2018 war das Gesetz kontrovers diskutiert worden.

Die Oppositionsfraktionen CDU und AfD, aber auch Wirtschaftsvertreter meldeten Bedenken an, ob sich Thüringen einen weiteren Feiertag wirtschaftlich leisten könne.

Andere Bundesländer haben zwischen 9 und 14 Feiertage, argumentierte die Regierungskoalition. Berlin hatte zuvor den Internationalen Frauentag am 8. März zum gesetzlichen Feiertag erklärt.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt erklärte, ein elfter Feiertag schade der Wirtschaft dauerhaft und schränke ihre Wettbewerbsfähigkeit ein. Untersuchungen der Bundesbank hätten belegt, dass die Einführung eines zusätzlichen Feiertages zu einem durchschnittlichen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 0,12 bis zu 0,25 Prozent pro Jahr führt. In Thüringen würde ein Produktionsausfall von rund 70 Millionen Euro entstehen.

Quelle: dpa