Mit wem konkurrierten hierzulande Steinschmätzer und Bluthänfling um eine Auszeichnung für das Jahr 2022?

Mit diesen Vögeln konkurrierten hierzulande Steinschmätzer und Bluthänfling um eine Auszeichnung für das Jahr 2022. Es handelt sich um Wiedehopf und Mehlschwalbe.
Foto: Peter Zschunke/dpa-Zentralbild/dpa

Der Wiedehopf ist der „Vogel des Jahres“ 2022. Mit fast 32 Prozent der Stimmen setzte er sich gegen Mehlschwalbe, Bluthänfling, Feldsperling und Steinschmätzer durch, wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Donnerstag verkündeten. Mit Wiedehopf und Mehlschwalbe konkurrierten hierzulande Steinschmätzer und Bluthänfling um eine Auszeichnung für das Jahr 2022, es ist die des Vogel des Jahres.

Es ist das zweite Mal, dass die beiden Naturschutzverbände öffentlich zur Wahl des Jahresvogels aufgerufen hatten. Den Titel vergeben sie bereits seit 50 Jahren, bislang suchten jedoch Fachleute den Jahresvogel aus. Im Jubiläumsjahr durfte erstmals die Bevölkerung abstimmen und votierte für das Rotkehlchen. Mehr als 142.000 Menschen beteiligten sich nach Nabu-Angaben diesmal bei der virtuellen Wahl.

„Der Wiedehopf ist einer unserer auffälligsten heimischen Vögel. Sein spektakuläres Federkleid in orangerot mit der markanten Federhaube hat ihm bestimmt die eine oder andere Stimme eingebracht“, teilte der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer mit. Der Wiedehopf stehe aber auch für ein wichtiges Naturschutzthema.

Obwohl er unverwechselbar ist, bekommen Vogelfans den Wiedehopf eher selten zu Gesicht: In Deutschland leben nur noch wenige Hundert Brutpaare des als gefährdet geltenden Vogels. Der Wiedehopf braucht nach Nabu-Angaben offene, artenreiche Landschaften wie Weinberge, Obstgärten und Böschungen. Der Insektenschwund und der Verlust von natürlichen Nistplätzen machen ihm zu schaffen.

Es ist bereits das zweite Mal, dass Nabu und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) öffentlich zur Wahl des Jahresvogels aufrufen. Den Titel vergeben die beiden Naturschutzverbände seit 50 Jahren. Im Jubiläumsjahr durfte erstmals die Bevölkerung ihren Lieblingsvogel unter den 307 heimischen Arten wählen. Sieger wurde das Rotkehlchen.

Bei der aktuellen Wahl haben Nabu und LBV eine Vorauswahl getroffen, um das Verfahren abzukürzen und die Aufmerksamkeit auch auf andere Arten zu lenken. Jeder der Kandidaten steht deshalb für ein wichtiges Naturschutzthema: Die Mehlschwalbe findet als Gebäudebrüter immer weniger Nistmöglichkeiten. Der Steinschmätzer braucht mehr offenes Brachland. Der Wiedehopf leidet unter dem Einsatz von Pestiziden. Dem Feldsperling fehlen Baumhöhlen zum Brüten und dem Bluthänfling Hecken zum Verstecken.

dpa