Reinhard Genzel Nobelpreis Physik
Foto: Peter Kneffel/dpa/Pool/dpa

Der deutsche Astrophysiker Reinhard Genzel zählt seit Oktober zur Reihe der deutschen Nobelpreisträger. Den Nobelpreis für Physik nahm er am 8. Dezember am in der Münchner Staatskanzlei entgegen genommen. Überreicht wurde die Auszeichnung vom schwedischen Botschafter Per Thöresson. Denn die traditionelle Verleihung der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnung am 10. Dezember in Stockholm musste wegen der Corona-Pandemie ausschließlich vor dem Computer begangen werden.

„Man glaubt’s kaum“, freute sich der Wissenschaftler am Rande der Veranstaltung. Der 68-Jährige hatte zugleich mit der US-Forscherin Andrea Ghez ein supermassereiches Schwarzes Loch im Zentrum der Milchstraße entdeckt.

Zur Ruhe setzen will sich Genzel nicht. „Gerade im europäischen Raum mit der europäischen Südsternwarte haben wir Vieles vor“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. „Das nächste große Teleskop soll in einigen Jahren fertig sein. Das hat dann einen Durchmesser von vierzig Metern, und unser Institut zusammen mit anderen baut das erste Gerät für dieses Riesenteleskop, das größte auf der Welt dann.“ Mit Hilfe dieses Teleskops wollen die Wissenschaftler dann nach Genzels Worten eine „Zeitreise“ unternehmen und in die frühesten Zeiten des Universums zurückblicken.

Genzel und Ghez hatten unabhängig voneinander gearbeitet und waren mit einer Hälfte des diesjährigen Physik-Nobelpreises ausgezeichnet worden. Die zweite Hälfte wurde von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften an den Briten Roger Penrose ebenfalls für seine Erkenntnisse zu Schwarzen Löchern verliehen.

Der Nobelpreis wurde in München überreicht, weil Genzel am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) arbeitet. Die höchste Auszeichnung für Physiker war 2020 mit insgesamt zehn Millionen Kronen (rund 950.000 Euro) dotiert – eine Million Kronen mehr als im Vorjahr.

Quelle: dpa