Äußerst ungewöhnlich für Säugetiere ist folgender Umstand: Nacktmulle haben wie …?

Nacktmulle sind keine Bienen, ein ungewöhnlicher Umstand eint sie aber. Nacktmulle haben wie Bienen eine Königin.
Der Nacktmull
Foto: Wolfgang Thieme/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eine gewisse Ähnlichkeit haben sie vielleicht mit Hamstern oder Meerschweinchen. Naja, ein kleines bisschen wenigstens. Nacktmulle sehen höchst ungewöhnlich aus. Und. Nacktmulle haben wie Bienen eine Königin. Schließlich haben sie fast kein Fell, winzige Augen und winzige Ohren. Und ihre Zähne befinden sich außerhalb ihres Mauls. Doch nicht nur ihr Aussehen ist ungewöhnlich, sondern auch ihre Lebensweise.

Nacktmulle leben unter der Erde. In der Wüste Ostafrikas wuseln sie durch unterirdische Tunnel und Höhlen, die sie mit ihren großen Schneidezähnen gegraben haben. Auf diese Weise schützen sie sich sowohl vor der Sonne als auch vor Fressfeinden.

Aus diesem Grund sehen Nacktmulle aus, wie sie eben aussehen. In ihren finsteren Gängen brauchen sie keine guten Augen. Und ihre gestreckten Körper bewegen sie dank der faltigen Haut geschmeidiger durch die engen Tunnel, als wenn sie dichtes Fell hätten.

Da sich Nacktmulle in ihrem natürlichen Lebensraum kaum beobachten lassen, wusste man lange Zeit so gut wie nichts über sie. Tierforscher konnten manchmal ihre Geräusche hören, die ein bisschen so klingen wie Vogelgezwitscher. Mittlerweile kann man Nacktmulle aber auch in Zoos bestaunen. Im Tierpark Berlin zum Beispiel.

Dort leben ungefähr 50 Tiere in einer Kolonie. Sie tapsen durch einen künstlichen Bau aus durchsichtigen Röhren und Behältern. So kann man beobachten, wie sie zum Beispiel Holzspäne für den Nestbau durch die Gänge tragen. Andere schleppen kleine Stückchen Süßkartoffel in ihre Vorratskammern. Ganz schön was los in so einer Nacktmull-Kolonie!

Nach einigen Jahren der Forschung machten die Wissenschaftler eine ganz besondere Beobachtung. Sie stellten fest, dass die Nacktmulle ungewöhnlich alt werden. „An die 30 Jahre können unsere Nacktmulle alt werden“, sagt Claudia Walther. Das ist für kleine Säugetiere unheimlich viel. Hamster oder Mäuse werden nur zwei bis drei Jahre alt. Der Grund für ihr langes Leben: Die Zellen im Körper können sich länger und besser reparieren als die Zellen anderer Tiere.

dpa