Foto: Shutterstock/lassedesignen
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An Autoabgasen sterben in Deutschland nach Forscherangaben mehr Menschen als an Verkehrsunfällen. Besonders gesundheitsschädlich sind Feinstaub und Stickoxide – die nicht nur aus VW-Dieselwagen stammen. Zudem heizt das Kohlendioxid aus den Auspuffen das Klima an.

Einige Autoabgase schädigen die Gesundheit, andere das Klima oder die Natur. Der VW-Skandal hat lungenschädliche Stickoxide in die Schlagzeilen gerückt, die fast ausschließlich menschengemacht sind. Doch es gibt Techniken, die den Schadstoffausstoß verringern, so dass die Autos diverse Grenzwerte einhalten können. In Deutschland gibt es jährlich rund 7000 Todesfälle durch Abgase aus dem Straßenverkehr, wie Forscher im Fachjournal „Nature“ vom September berichteten. Demnach sterben hierzulande daran etwa doppelt so viele Menschen wie an Verkehrsunfällen.

STICKOXIDE (NOx): Gesundheitsschädliche Stickoxide wie etwa Stickstoffmonoxid und -dioxid kommen in der Natur nur in winzigen Mengen vor. Sie stammen vor allem aus Autos, aber auch aus Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken. Dieselmotoren stoßen viel mehr NOx aus als Benziner. Die Stoffe können Schleimhäute angreifen und so zu Husten, Atembeschwerden und Augenreizungen führen. Besonders gefährdet sind Asthmatiker. Sie können aber auch Herz- und Kreislauf beeinträchtigen. Pflanzen werden dreifach geschädigt: NOx sind giftig für Blätter und führen zur Überdüngung sowie Versauerung der Böden.

Außerdem tragen Stickoxide zur Bildung von Feinstaub und bodennahen Ozon bei. Technisch lassen sich NOx mit einem Drei-Wege-Katalysator von Benzinern in unschädlichen Stickstoff (N2) und Sauerstoff (O2) umwandeln. Es bleiben jedoch immer noch Reste an NOx übrig. Bei Dieselmotoren ist der Abbau von NOx bedeutend schwieriger, er gelingt etwa durch Einspritzung einer Harnstofflösung in den Abgasstrom.

Unter den NOx ist nur das Lachgas (Distickstoffmonoxid/N2O) bedeutend für den Treibhauseffekt. Es schadet in den vorliegenden Konzentrationen der Gesundheit nicht. Lachgas stammt vor allem von Feldern mit viel künstlichem Stickstoffdünger. Das derzeit bedeutendste NOx ist das Stickstoffdioxid (NO2).

NO2-GRENZWERTE LUFT: „Stickstoffdioxid (NO2), das vor allem aus KFZ-Abgasen stammt, entwickelt sich zum Schadstoff Nummer eins“, schreibt das Umweltbundesamt (UBA). 2014 überschritt demnach die NO2-Konzentration an mehr als der Hälfte der Messstationen an stark befahrenen Straßen den Jahresmittel-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dann müssen Behörden mit Luftreinhalte-Plänen für eine NO2-Verminderung sorgen. Zudem kann die EU-Kommission ein sogenanntes Vertragsverletzungsverfahren einleiten, das zu Strafzahlungen führen kann. Derzeit läuft laut UBA gegen Deutschland ein solches Verfahren wegen Überschreitung des Jahresgrenzwertes. Auch Bürger können Behörden auf Einhaltung der Grenzwerte verklagen.

NOx-GRENZWERTE AUTO: Der Grenzwert in Pkw-Abgasen für alle Stickoxide zusammen liegt in der EU bei 80 Milligramm pro Kilometer (mg/km) für Diesel- und 60 mg/km für Benzinmotoren. Der von der US-Umweltbehörde EPA geforderte Wert liegt im Schnitt bei umgerechnet 43,5 mg/km. Allerdings sind die US-Kontrollsysteme nicht einheitlich und die Vorschriften können je nach US-Staat abweichen.

Quelle: dpa