Deutsche Weine Mosel Weinberg
Foto: Harald Tittel/dpa

Am Ende ist es nur ein kleiner Schnitt durchs Band: Die riesige Hochmoselbrücke bei Zeltingen-Rachtig (Rheinland-Pfalz) als zweithöchste Brücke Deutschlands ist für den Verkehr freigegeben. Politiker waren die ersten, die am Donnerstag in einem Konvoi über die 1,7 Kilometer lange und bis zu 160 Meter hohe Brücke rollten. „Heute ist ein guter Tag für Rheinland-Pfalz“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Die Brücke ist bundesweit die zweithöchste – nach der Kochertalbrücke (maximal 185 Meter) in Baden-Württemberg.

Dreyer sagte, sie sei davon überzeugt, „dass die Brücke uns bei einem wirtschaftlich starken Bundesland, das wir sind, auch weiter nach vorne bringen wird und die Menschen in Eifel und Hunsrück miteinander stärker verbinden wird“.

Seit Jahrzehnten ist an der Querung über dem weiten Moseltal geplant worden, acht Jahre lang wurde gebaut. Mit der „Jungfernfahrt“ der Politiker ging das aktuell größte Brückenbauprojekt in Europa zu Ende. „Die Hochmoselbrücke ist ein wahres Meisterwerk deutscher Ingenieurskunst“, sagte der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Steffen Bilger (CDU).

Unnützes Wissen: Wobei handelt es sich um eine Klappbrücke?

Kritik kam hingegen von den Grünen: Die Eröffnung „dieses monströsen Straßenbauprojekts“ sei kein Grund zum Feiern, sagte die grüne Bundestagsabgeordnete Corinna Rüffer aus Trier. „Die Hochmoselbrücke zerstört die einmalige Naturlandschaft im Moseltal, ist schlecht fürs Klima und bietet keine Antwort für die Mobilität in der Zukunft.“ Der „Gigant aus Beton“ sei „ein Paradebeispiel für eine Verkehrspolitik von vorgestern – auf die Union, SPD und FDP fatalerweise auch heute noch setzen“, sagte sie.

Horror-Crash: Raser stürzt von Brücke 25 Meter in die Tiefe

Mehrere Hundert Bürger waren zum Startschuss an das Bauwerk gekommen. Die Brücke ist Teil einer neuen, rund 25 Kilometer langen Strecke (B50 neu) zwischen Eifel und Hunsrück, die jetzt durchgängig befahrbar ist. Der sogenannte Hochmoselübergang schafft eine direkte Straßenverbindung zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und den Benelux-Staaten.

Das Bauwerk war seit seiner Planung umstritten. Auch Kostensteigerungen machten Schlagzeilen. Nach derzeitiger Planung kostet das gesamte Projekt 483 Millionen Euro, auf die Brücke entfallen rund 175 Millionen Euro.