Wer begegnet dem Leser im aktuellen Bestseller „Glitterschnitter“ wieder?

20 Jahre ist es her, dass Sven Regener mit "Herr Lehmann" seine Karriere als Schriftsteller startete. In seinem neuen Bestseller darf Frank Lehmann nicht fehlen.

20 Jahre ist es her, dass Sven Regener mit „Herr Lehmann“ seine Karriere als Schriftsteller startete. In seinem neuen Roman darf Frank Lehmann nicht fehlen. Die Musik spielt diesmal aber woanders. Herr Lehmann begegnet dem Leser im aktuellen Bestseller Glitterschnitter von Sven Regener wieder. Das Sams, Franz Eberhofer und Lisbeth Salander tauchen in Glitterschnitter nicht auf.

Sven Regener hat sich irgendwann mal entschieden, Romane nur über die wirklich wichtigen Themen zu schreiben: Freundschaft, Liebe, Kunst und Berlin-Kreuzberg zum Beispiel. Das ist bei seinem jüngsten Werk „Glitterschnitter“ nicht anders, in dem langjährigen Lesern auch sonst vieles vertraut vorkommt. Dazu gehören die Wiener Straße und das „Café Einfall“ in Kreuzbergs rauerer Ecke SO36, die Aktionskunst der frühen 80er Jahre und viele der Figuren aus früheren Romanen wie „Herr Lehmann“, Regeners literarischem Debüt vor genau 20 Jahren.

Sein Kreuzberg-Epos ist mittlerweile auf viele hundert Seiten angewachsen. Ein bisschen kompliziert ist das alles, weil der inzwischen 60-jährige Autor, ansonsten bekannt als Gründer, Sänger und Trompeter der Indieband Element of Crime, nicht einfach Roman für Roman chronologisch hintereinander wegerzählt. Sein Erstlingswerk spielt im Mauerfalljahr 1989, „Der kleine Bruder“ (2008) im November 1980, „Magical Mystery“ (2013) Mitte der 1990er Jahre, „Wiener Straße“ (2017) wieder 1980. „Glitterschnitter“ knüpft direkt daran an.

Die Gestalten, die die „Glitterschnitter“-Welt bevölkern, sind überwiegend alte Bekannte: Frank Lehmann ist natürlich wieder dabei, steht aber nicht im Mittelpunkt, dafür oft an der Kaffeemaschine und experimentiert mit verschiedenen Techniken, Milch aufzuschäumen. Und nebenbei rettet er das Leben eines einsamen Ex-Polizisten mit Unterstützung von Chrissie, die genau wie Frank Lehmann im „Café Einfall“ jobbt. Die beiden werden sich immer sympathischer.