Themenpaket Wilhelm Busch
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Dichter, Maler, Schauspieler, Musiker – Geburtstagjubiläen oder Todestage bestimmten das kulturelle Jahr 2015. Auch Max und Moritz kamen zu Ehren.

MAX UND MORITZ: „Menschen necken, Tiere quälen, Äpfel, Birnen, Zwetschgen stehlen“ – mit der Erstausgabe von Ende Oktober stellen die beiden Lausebengel seit genau 150 Jahren das Leben von Witwe Bolte, Meister Böck, Lehrer Lämpel und Co. auf den Kopf. Witwe Bolte ist übrigens die einzigen Figur, die Opfer von gleich zwei Streichen wird: Im ersten und zweiten Streich des Kinderbuches töten Max und Moritz nicht nur die Hühner der Witwe, sondern stibitzen ihr diese auch noch durch den Kamin, als sie die toten Tiere braten möchte. Der damals 33 Jahre alte Schriftsteller Wilhelm Busch erhielt tausend Gulden in bar. Zehn Jahre später war seine „Bubengeschichte in sieben Streichen“ weltweit bekannt.

MATTHIAS CLAUDIUS: „Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar.“ Sein „Abendlied“ kennt fast jedes Kind. Der studierte Jurist veröffentlichte Gedichte, Prosatexte und Übersetzungen. Als Kulturredakteur gewann er für den „Wandsbecker Bothen“ bedeutende Beiträge etwa von Goethe, Lessing und Herder. Vor 200 Jahren starb der 74-jährige Claudius am 21. Januar in Hamburg.

STAN LAUREL: Er ist der Doofe von „Dick und Doof“. Der 1890 geborene Brite kam zuerst als Charly Chaplins Zweitbesetzung in die USA. Später spielten er und der pausbäckige Oliver Hardy als Slapstick-Duo in mehr als 100 Streifen – erst in Stummfilmen, ab 1929 auch mit Ton. Vier Jahre nach Hardys Tod erhielt Laurel 1961 den Oscar für sein Lebenswerk. Er starb vor 50 Jahren am 23. Februar in Kalifornien.

CASPAR DAVID FRIEDRICH: „Kreidefelsen auf Rügen“ gehört zu den Hauptwerken des romantischen Landschaftsmalers. Der 1774 im vorpommerschen Greifswald geborene Friedrich zog zwar später nach Dresden, wanderte aber immer wieder gern über die Ostseeinsel ebenso wie durchs Gebirge. Seine Eindrücke hielt er in zahlreichen Bildern fest. Nach zwei Schlaganfällen starb der Maler vor 175 Jahren – am 7. Mai 1840 – in Dresden.

PETER TSCHAIKOWSKY: Seine Ballette „Schwanensee“ und „Der Nussknacker“ sind bis heute beliebt. Am 7. Mai vor 175 Jahren kam der russische Komponist zur Welt. Seine Musikausbildung erhielt er in Petersburg und unterrichtete später am Moskauer Konservatorium. Mit seinen Opern, Symphonien und Klavierkonzerten erntete er auch internationalen Ruhm.

DANTE ALIGHIERI: Zum 750. Mal jährt sich 2015 der Geburtstag des italienischen Dichters. Zwischen MITTE MAI und MITTE JUNI des Jahres 1265 wurde er in eine Familie des niederen Florenzer Stadtadels geboren. Als er 56 Jahre später in Ravenna starb, hatte er unter anderem mit seiner „Göttlichen Komödie“ ein Universal-Epos der Weltliteratur geschaffen.

VINCENT VAN GOGH: Nur wenige Jahre dauert die Schaffensphase des niederländischen Malers – genug, um zu einem entscheidenden Wegbereiter der modernen Malerei zu werden. 1888 reist er nach Arles. In der Provence entstehen seine weltberühmten Bilder mit ihren leuchtenden Farben des Südens. Doch der Außenseiter Van Gogh entwickelt Wahnvorstellungen und Depressionen. An den Folgen einer Schussverletzung starb er vor 125 Jahren, erst 37-jährig, am 29. Juli in Auvers-sur-Oise bei Paris. Ob der Schuss ein Suizidversuch, ein Unfall oder gar ein Mordversuch war, darüber gibt es bis heute unterschiedliche Theorien.

INGRID BERGMAN: Die Schauspielerin kam am 29. August vor 100 Jahren in Schweden zur Welt. Mit dem Film „Intermezzo“ machte sie 1936 Hollywood auf sich aufmerksam. Legendär ist ihre Liebesromanze mit Humphrey Bogart in „Casablanca“ (1942). Bergman spielte in mehr als 50 Filmen mit und erhielt drei Oscars. An ihrem 67. Geburtstag starb das an Brustkrebs erkrankte Filmidol.

AGATHA CHRISTIE: Sie ist die „Queen of Crime“. Wer kennt sie nicht, die weltberühmten Detektive Hercule Poirot und Miss Marple, die im Orientexpress und anderswo den Mördern auf die Spur kommen. Am 15. September vor 125 Jahren kam die britische Schriftstellerin zur Welt. Sie schrieb fast 70 Krimis und einige Theaterstücke. Ihre Geschichten wurden vielfach verfilmt.

LUCAS CRANACH DER JÜNGERE: Der Sohn des Malers und Grafikers Lucas Cranach des Älteren erblickte am 4. Oktober vor 500 Jahren in Wittenberg das Licht der Welt. Er lernte in der Werkstatt seines Vaters und machte sich als Maler der Spätrenaissance ebenfalls einen Namen.

CLAUDE MONET: Der französische Maler zählt zu den Begründern des Impressionismus. Er wurde am 14. November vor 175 Jahren in Paris geboren. Eine Quelle der Inspiration war sein von ihm selbst angelegter Garten in Giverny. Der Weg im Garten und der Seerosenteich wurden mehrfach zum Motiv seiner Bilder.

RUDYARD KIPLING: „Das Dschungelbuch“ ist durch den Walt-Disney-Film auch heute noch ein Begriff. Der am 30. Dezember vor 150 Jahren im indischen Bombay (heute Mumbai) geborene Brite war auch Autor von Kurzgeschichten, Abenteuergeschichten und Gedichten. 1907 erhielt Kipling den Nobelpreis für Literatur.

Quelle: dpa