Second Gentleman Doug Emhoff
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Bei manchen Titeln kann man ins Schleudern kommen, das erfährt Doug Emhoff gerade am eigenen Leib. Er ist der Ehemann von Kamala Harris, die seit Mittwoch die erste Vizepräsidentin der USA ist. Emhoff wird damit zum ersten „Second Gentleman“. Standen die Ehepartner der Vizepräsidenten bislang im Schatten der First Lady, beschert die Premiere Emhoff nun reichlich Aufmerksamkeit.

Emhoff machte Wahlkampf für Harris und den künftigen Präsidenten Joe Biden und stärkte seiner Frau in den sozialen Medien mit Familienfotos und aufmunternden Botschaften den Rücken. Nachdem Harris von dem Wahlsieg erfuhr, twitterte Emhoff ein Foto ihrer Umarmung mit den Worten: „So stolz auf dich.“

Twitter richtete nach der Amtseinführung unter @SecondGentleman einen neuen Account für Emhoff ein. Wie er seine neue Rolle versteht, machte er kürzlich in einem Doppelinterview mit seiner Frau deutlich: Er werde alles in seiner Macht Stehende tun, um die neue Regierung zu unterstützen.

Die Beziehungsgeschichte der beiden 56-Jährigen sorgt für Gesprächsstoff. Harris und Emhoff lernten sich 2013 kennen. Sie alleinstehend und Justizministerin von Kalifornien, er geschiedener Vater von zwei Kindern und Anwalt in Los Angeles. Die erste Verabredung wurde von einer Freundin von Harris eingefädelt. „Sie ist heiß“, war seine Reaktion auf den Vorschlag, wie er sich in einem Interview erinnerte. Nach dem ersten Abendessen schickte er Harris eine Liste seiner freien Termine in den nächsten Wochen. „Ich bin zu alt, um Spiele zu spielen. Ich mag dich wirklich“, schrieb er dazu. Sie heirateten rund ein Jahr später im engen Kreis im Gerichtsgebäude von Santa Barbara.

Emhoff wurde in New York geboren und wuchs im benachbarten New Jersey auf. Sein Vater entwarf Frauenschuhe. Im Teenager-Alter zog er nach Los Angeles – und blieb dort. Nach einem Studium an der University of Southern California arbeitete er als Anwalt unter anderem in der Entertainment-Industrie. In einem seiner Fälle ging es um die Rechte an einem animierten Chihuahua. Als der Wahlkampf von Harris in Schwung kam, ließ Emhoff den Job bei der Anwaltskanzlei DLA Piper ruhen, um Interessenkonflikte zu vermeiden.

Quelle: dpa