Europalette
Foto: Patrick Pleul/dpa

Der Siegeszug der Holzpalette begann in den 1920er Jahren mit den ersten Gabelstaplern in den USA. Im Zweiten Weltkrieg setzte die US-Armee Transportbretter für den Materialnachschub ein. Von 1943 an wurden sie unter dem Begriff „pallet“ standardisiert.

In Europa ergriffen Eisenbahngesellschaften die Initiative, Standardpaletten zu etablieren. Sie wollten die Logistik optimieren und sich Vorteile im Wettbewerb im Vergleich mit dem Güterverkehr auf der Straße verschaffen. Schweden organisierte 1947 den Austausch von Paletten über einen nationalen Pool, die Bahnen in der Schweiz und Deutschland folgten dem Beispiel.

1960 wurde ein Europäischer Palettenpool gegründet. Man einigte sich 1961 auf eine tauschbare Europalette in den Maßen 1200×800×144 Millimeter, weitere Formate kamen hinzu. Die Standardisierung erwies sich als bedeutender Wachstumsfaktor für den Welthandel.​ Wurden in Deutschland 1970 etwa 11 Millionen Holzpaletten in Umlauf gebracht, so waren es 2017 mehr als 110 Millionen.

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Der 1991 geschaffenen European Pallet Association​ (EPAL) gehören mehr als 1500 Produktions- und Reparaturbetriebe in mehr als 30 Ländern an. Weltweit befinden sich Schätzungen zufolge mehr als 400 Millionen EPAL-genormte Europaletten im Umlauf.​

Übrigens: 11 Bretter, neun Holzklötze, 78 Nägel – das sind die Daten der üblichen Europalette.

Mittlerweile gibt es vier verschiedene Marken (WORLD, EPAL, CHEP, LPR), die rechtsverbindlich eingetragen sind und unter denen Europaletten hergestellt werden. Bei allen handelt es sich um Holzpaletten, bei denen der konstruktive Aufbau die vom Anwender landläufig als „Europalette“ bezeichnete Palettenbauform ist. Der Stand der Technik wurde unter anderem in der Gebrauchsmuster­schrift von Julius Hofert (Erbach) vom Deutschen Patentamt unter der Nummer DE 1 935 973 U (Anlage 1) am 31. März 1966 veröffentlicht.

Quelle: mit dpa-Material