Fußball EM 2021 Frankreich - Deutschland Mats Hummels Eigentor
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Die EURO 2020 macht Fans von Angriffsfußball Hoffnung für die Zukunft. Die Zeit der zynischen Ergebnisverwaltung scheint vorbei, selbst die einstigen Catenaccio-Verfechter aus Italien setzten auf Spektakel – mit Erfolg. „Es war schön zu sehen, dass die meisten Mannschaften nicht abgewartet, sondern ihr Heil in der Offensive gesucht haben“, urteilte der frühere Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack bei Magenta TV. Es sei erfreulich, „dass bei aller guten Organisation wieder attraktiver Fußball gespielt wird“.

Doch dass „Eigentor“ die Torjägerliste anführt, hätten wohl die wenigsten vorher gedacht – und dennoch wurde diese Tatsache schnell zum Running Gag der EM 2021. Im Turnier trafen insgesamt elf Spieler ins eigene Tor – ein neuer Rekord. Zuvor waren es bei allen Europameisterschaften zusammen nur neun Eigentore gewesen.

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Der Trend ist allerdings nicht neu. Schon bei der WM 2018 in Russland wurde mit zwölf Eigentoren ein Rekord aufgestellt. „Das könnte daran liegen, dass es mehr Durchbrüche zur Grundlinie und ein höheres Spieltempo gibt und dass sich mehr Spieler an der Offensive beteiligen“, sagte Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus. „Für die Abwehrspieler ist es dann mit Blick zum eigenen Tor unheimlich schwierig, die scharfen Hereingaben zu verteidigen.“

Das letzte Eigentor der EURO 2020 erzielte im Halbfinale Simon Kjaer. Dänemarks Kapitän lenkte in der 39. Minute der Partie gegen England eine Flanke zum 1:1-Ausgleich ins eigene Netz. Dänemark unterlag anschließend nach Verlängerung mit 1:2 dem späteren Vize-Europameister England.

Übrigens: Auch einem Deutschen unterlief bei der EURO 2020 ein Eigentor. Mats Hummels traf im ersten Gruppenspiel gegen Frankreich ins eigene Netz und besiegelte so die knappe Niederlage gegen den amtierenden Weltmeister. Das erste Eigentor des Turniers unterlief dem Türken Merih Demiral im Eröffnungsspiel gegen Italien – es war gleichzeitig der erste Treffer des Turniers.

Quelle: mit Agenturmaterial (dpa)