Ernö Rubik Zauberwürfel
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Der Rubik’s Cube kam am 29. Januar 1980 auf den internationalen Markt. Ernö Rubik erfand sein legendäres Spielzeug mit 26 Steinchen bereits 1974, aber für viele wurde es erst zu einer Obsession, als es mit amerikanischer Hilfe auf den Weltmarkt kam.

Millionen von Menschen jeden Alters und aus einer Vielzahl von unterschiedlichen sozialen Gruppen und Berufen waren in den darauffolgenden Jahren fasziniert von diesem Instrument zur Schärfung der Sinne und des Verstands. (…)

Die Besessenheit ging auch nicht an der Sowjetunion vorbei. Auch dort wurde Anfang der 1980er Jahre der Zauberwürfel von den Machthabern als positive Art des Zeitvertreibs bewertet – im Gegensatz zu anderen Trendartikeln, die aus dem Westen kamen.

Entscheidender Faktor war wahrscheinlich, dass die Erfindung, obwohl sie mit Hilfe einer US-Firma populär gemacht wurde, ihren Ursprung in der „Volksrepublik Ungarn“ hatte.“

Seit 2006 ist das kultige Drehpuzzle aber auch Teil eines Markenstreits. Bis zum Europäischen Gerichtshof (EuGH) hat es die Erfindung von Ernö Rubik geschafft – mit Hilfe eines deutschen Unternehmens, das jetzt einen entscheidenden Erfolg feiern konnte.

Der Fürther Spielehersteller Simba Toys hatte Einwände gegen den seit 1999 bestehende Markenschutz des «Rubik’s Cube», um Rechtssicherheit beim Vertrieb «seines» Zauberwürfels zu haben. Das Argument: Die Drehbarkeit sei nicht berücksichtigt worden. Die könne man zwar patentieren, aber nicht als Marke schützen lassen. Doch das Unternehmen scheitert damit erst beim EU-Markenamt und dann beim erstinstanzlichen EU-Gericht.

Im November 2016 hob der EuGH die beiden Entscheidungen nun auf. Die Technik des Würfels – also die Drehbarkeit – hätte bei der Vergabe des Markenschutzes berücksichtigt werden müssen, heißt es zur Begründung. Bei dem Fürther Unternehmen zeigt man sich erleichtert.

Quelle: mit dpa-Material