Als der legendäre Larry Flynt, dessen Leben bereits 1996 als Kinostoff diente, im Februar verstarb, las man vom Tod des …?

Ein Pionier ist 2021 verstorben. Als der legendäre Larry Flynt, dessen Leben bereits 1996 als Kinostoff diente, im Februar verstarb, las man vom Tod des Porno-Moguls. Flynt gründete das Erotikmagazin "Hustler".
Larry Flynt 2008
US-Verleger Larry Flynt starb am 10. Februar im Alter von 78 Jahren in Los Angeles. Mit dem Erotik-Magazin „Hustler“ setzte er sich von Hochglanz-Magazinen wie dem „Playboy“ mit Schmuddel tief unter der Gürtellinie ab – etwa 1975, als von Paparazzi geschossene Nacktfotos der früheren First Lady Jacqueline Kennedy Onassis veröffentlicht wurden. Flynt hatte sich den Kampf gegen die Zensur und für die Meinungsfreiheit auf seine Fahne geschrieben. Unzählige Male stand er vor Gericht, landete auch kurz im Gefängnis. Nach einem Gerichtstermin im US-Staat Georgia wurde Flynt im März 1978 aus dem Hinterhalt angeschossen. Seit dem Attentat war er von der Hüfte abwärts gelähmt.
Foto: AP Photo/Damian Dovarganes, File

Der US-Verleger Larry Flynt ist tot. Der Gründer des Erotikmagazins „Hustler“ starb am Mittwoch im Alter von 78 Jahren in Los Angeles, wie US-Medien unter Berufung auf seinen Bruder Jimmy und seine Tochter Theresa berichteten. Die Todesursache soll dem Sender CNN zufolge Herzversagen gewesen sein. Der Verleger war Zeit seines Lebens umstritten: Immer wieder wurden ihm und seinen Zeitschriften widerwärtiges und obszönes Verhalten vorgeworfen.

Als der legendäre Larry Flynt, dessen Leben bereits 1996 als Kinostoff diente, im Februar verstarb, las man vom Tod des Porno-Moguls.

Aufgewachsen war Flynt in ärmlichen Verhältnissen in den ländlichen geprägten Staaten Kentucky und Indiana. Als Teenager ging er zunächst zum Militär, bevor er mit 22 Jahren seinen ersten Hustler-Stripclub gründete. Ein kleines Werbeblättchen mit Neuigkeiten über sein wachsendes Geschäft peppte er 1974 zur ersten „Hustler“-Ausgabe auf.

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Von Hochglanz-Männermagazinen wie „Playboy“ und „Penthouse“ setzte sich „Hustler“ (kann übersetzt etwa „Gauner“ heißen) mit Schmuddel tief unter der Gürtellinie ab. Das Blatt machte dadurch immer wieder Schlagzeilen. Etwa 1975, als Flynt von Paparazzi geschossene Nacktfotos der früheren First Lady Jacqueline Kennedy Onassis veröffentlichte.

Den Kampf gegen die Zensur und für die Meinungsfreiheit hatte sich Flynt stets auf seine Fahne geschrieben. Unzählige Male stand er vor Gericht, er landete auch kurz im Gefängnis. Wegen Verbreitung von Pornografie wurde er 1977 zu einem Vierteljahrhundert hinter Gittern verurteilt, ein Berufungsgericht hob das Urteil aber wieder auf. 1984 kandidierte er bei der Präsidentenwahl.

Nach einem Gerichtstermin im US-Staat Georgia wurde Flynt im März 1978 aus dem Hinterhalt angeschossen. Seit dem Attentat war er von der Hüfte abwärts gelähmt, zu besonderen Anlässen fuhr Flynt in einem vergoldeten Rollstuhl vor. Der Schütze war ein Fanatiker, der die Schüsse später zugab, als er bereits wegen anderer Straftaten im Gefängnis saß. 2013 überraschte Flynt die Welt mit einer neuen Kampagne: Er wollte den Mann, der auf ihn geschossen hatte, vor der Hinrichtung bewahren. Seine Bemühungen blieben jedoch vergeblich. Das Todesurteil wurde noch im selben Jahr vollstreckt.

dpa