Beim ATP Cup hat der griechische Tennisspieler Stefanos Tsitsipas für einen handfesten Skandal gesorgt. Im Spiel gegen den Australier Nick Kyrgios ist der 21-Jährige komplett aus der Haut gefahren – Leidtragender war sein eigener Vater.

Schon zu Beginn der Tennis-Saison scheinen die Nerven, besonders bei einigen jungen Profis, ziemlich blank zu liegen. Alexander Zverev, Deutschlands Nummer eins, sorgte ebenfalls mit einigen Undiszipliniertheiten für Aufregung.

Im zweiten von drei Gruppenspielen beim Länderturnier, das in Australien stattfindet, hat der zuletzt formschwache Zverev seiner Unzufriedenheit mehrfach Luft gelassen. Ausgerechnet in der Partie gegen Tsitsipas, der sich offenbar von seinem deutschen Kollegen etwas abgeschaut hat, pöbelte der 22-Jährige wild herum.

Auf Deutsch und auf Russisch wütete der Hamburger beim 1:6, 4:6 gegen den Griechen. Er griff dabei auch seinen Vater verbal an: „Halt die Klappe, was zum Teufel redest du da! Ich habe keinen Aufschlag mehr und du erzählst mir irgendeinen Scheiß.“ Bei Zverev senior flossen danach sogar Tränen.

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Nur zwei Tage später hat Tsitsipas am Dienstag da im negativen Sinne noch einen drauf gesetzt. Eigentlich ist sein Gegner, der Australier Nick Kyrgios, als Skandal-Profi verschrien – legt sich gerne mit Schiedsrichtern und Zuschauern an.

Diesmal wirkte Kyrgios im Vergleich zu seinem Gegner geradezu lammfromm. Nach dem verlorenen ersten Satz war der Frust beim griechischen Top-Spieler so groß, dass er mit seinem Schläger gleich mehrfach zuschlug. Erst war „nur“ eine Werbebande Opfer der Attacke.

Bei einem zweiten Schlag musste ein Stuhl dran glauben – dabei traf er auch seinen Vater Apostolos, der direkt am Court saß.

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Nach dem Treffer fasste sich Tsitsipas senior direkt an seinen Ellenbogen und warf seinem Sohn nur einen bösen Blick zu. Danach stand er auf und setzte sich zurück in die Spieler-Box – offenbar ohne ihn zurechtzuweisen.

Diesen Teil übernahm dafür dann jemand anders: Eben aus jener Box sprang Tsitsipas‘ Mutter auf, übrigens auch eine frühere Profi-Tennisspielerin. Sie beugte sich über und fand wahrscheinlich klare Worte für das Verhalten ihres Sprösslings.

Für die Aktion bekam der Grieche wegen unsportlichen Verhaltens eine Verwarnung vom Stuhl-Schiedsrichter – eine zweite folgte später wegen eines anderen Vergehens. In den sozialen Medien fordern Tennis-Fans sogar, dass er hätte disqualifiziert werden müssen.

Im zweiten Satz lief es sportlich besser für Tsitsipas, er hielt das Spiel durch einen Sieg im Tiebreak offen. Das bekam sein Vater übrigens dann schon nicht mehr aus nächster Nähe mit – er verließ seinen Platz im Laufe des Satzes, um seine bei dem Schlag erlittene Wunde am Ellenbogen verarzten zu lassen.

Im entscheidenden dritten Satz zog Tsitsipas im dritten Tiebreak des Spiels wiederum den Kürzeren. Kyrgios setzte sich mit 7:5 durch. Allerdings stand aufgrund zweier Niederlagen in den ersten beiden Gruppenspielen ohnehin schon vorher fest, dass die Griechen keine Chance auf das Weiterkommen mehr haben.

Der größte Erfolg in der noch jungen Karriere des Griechen war der Erfolg bei den ATP-Finals in London im vergangenen November, als er sich zum inoffiziellen Tennis-Weltmeister kürte. Bei den letztjährigen Australian Open erreichte der aktuelle Weltranglisten-Sechste das Halbfinale.