Marieke Vervoort
AP Photo/Leo Correa, File

Bei den Paralympics 2012 in London hat sie zu den strahlenden Siegern gezählt, nun ist sie tot. Marieke Vervoort hat im Alter von 40 Jahren in ihrem Heimatland Belgien Sterbehilfe in Anspruch genommen.

Die Gemeinde Diest, aus der Vervoort stammt, bestätigte den Tod der Athletin in einer Mitteilung. „Marieke hat sich vor einigen Jahren für die Sterbehilfe entschieden und es am Dienstagabend umgesetzt“, heißt es.

Bereits seit 2008 hatte Vervoort diesen Schritt vorbereitet, damals beschaffte sie sich die nötigen Unterlagen. In Belgien ist die aktive Sterbehilfe seit 2002 erlaubt. Nun hat die 40-Jährige Gebrauch von dem Gesetz gemacht.

2012 feierte die Belgierin den größten Erfolg als Sportlerin, als sie über 100 Meter die Goldmedaille holte. Dazu kamen drei weitere paralympische Medaillen – Bronze über 200 Meter in London und vier Jahre später Silber über 400 Meter und Bronze auf der 100-Meter-Distanz.

Doch Vervoort hatte seit Jugendtagen mit einer fortschreitenden Muskelkrankheit zu kämpfen. Zunehmend hatte sie mit körperlichen Lähmungen zu tun, knapp die Hälfte ihres Lebens verbrachte sie im Rollstuhl und zuletzt verschlechterte sich ihr Zustand immer mehr.

Ihre 40.000 Facebook-Fans hielt sie dennoch regelmäßig auf dem Laufenden, postete viele Fotos aus dem Krankenhaus. Ihr letzter Beitrag ging am 14. Oktober online, da bedankte sie sich für die Unterstützung während ihres letzten Klinikaufenthaltes.

Unter dem Post mit über 30 Bildern aus ihrer Zeit im Krankenbett ist die Anteilnahme groß. „Ruhe in Frieden! Du warst eine tolle Frau. Viel Kraft für deine Angehörige“ oder „du hast mehr als nur einen Kampf gekämpft“, nehmen ihre Fans Abschied von Vervoort.