Rassismus bei Sky? Ralf Schumacher mit Sushi-Spruch über Formel-1-Fahrer Yuki Tsunoda

"Wenn der kleine Mann nicht brav ist, dann gibt es heute Abend eben kein Sushi." Mit diesem Spruch über Yuki Tsunoda hat Ralf Schumacher bei der Sky-Übertragung des Formel-1-Rennens in Baku für Aufsehen gesorgt. Wird er nun rausgeworfen?
Ralf Schumacher 2016
Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa

Schon wieder Rassismus bei Sky? Zumindest schon wieder ein Sushi-Spruch. Diesmal allerdings nicht beim Fußball, sondern in der Formel 1. Protagonist: Experte Ralf Schumacher.

Gleich zu Beginn des Formel-1-Rennens in Baku kamen er und Sky-Kommentator Sascha Roos auf Yuki Tsunoda zu sprechen. Der Grund: Der F1-Rookie aus Japan geriet verbal mit seinem Team aneinander. Im Funk bekam er aus der AlphaTauri-Box die Anweisung: „Yuki, wir müssen die Reifen-Leistung verbessern, sie sehen gut aus. Wir müssen den Abstand zu Vettel vergrößern. Du kannst mehr Druck machen.“ Tsunodas kurze und äußerst deutliche Antwort: „Halt die Klappe!“

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Ralf Schumacher: „Dann gibt es eben heute kein Sushi“

Ein Spruch, über den Roos und Schumacher sofort im Anschluss natürlich sprachen – zumal Tsunoda fast schon schrie, mindestens aber mal aggressiv und laut redete. Von Roos darauf angesprochen, ob Ralf Schumacher sich etwas in dieser Art zu seiner aktiven Zeit – von 1997 bis 2007 fuhr er in der Formel 1 – getraut hätte, antwortete der Ex-Pilot zusammengefasst mit einem entschiedenen „Nein“. Dazu erklärte der heute 45-Jährige unter anderem, dass seine Erziehung dies nicht zugelassen hätte. Aber jeder Mensch sei eben anders.

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So weit, so gut, hätte Schumacher dann aufgehört zu reden. Denn kurz danach mutmaßte er, dass Tsunoda sich wohl nach dem Rennen entschuldigen würde – und fügte hinzu: „Und wenn der kleine Mann nicht brav ist, dann gibt es heute Abend eben kein Sushi.“

Formel 1: Twitter-User regen sich über Sushi-Spruch von Ralf Schumacher auf

Dem aufmerksamen Zuschauer entging der Sushi-Spruch von Ralf Schumacher natürlich nicht. Und so ließen die ersten Twitter-Kommentare nicht lange auf sich warten.

Schumachers Spruch zeige, wie „wie normalisiert anti-asiatsicher Rassismus heutzutage ist“, schrieb dieser User:

Andere störten sich auch an der Aussage in Bezug auf Tsunodas Körpergröße:

https://twitter.com/HannesSchwabe/status/1401514669022588928

Dieser User meint, dass Ralf Schumacher nicht ins Fernsehen gehöre: „Dass Tsunoda in der Vergangenheit erwähnt hat, dass er gerne Sushi isst, rechtfertigt kein kontextloses Klischeegelaber von Ralf Schumacher. Er muss es besser wissen.“

Kostet Sushi-Spruch Ralf Schumacher seinen Job als Formel-1-Experte bei Sky?

Unter denen, die sich über Schumachers verbale Entgleisung aufregten, gab es sogar welche, die Konsequenzen forderten:

Manche sogar seinen Rausschmiss:

Wiederum bei anderen kamen Erinnerungen hoch:

Und zwar an Jörg Dahlmann:

Der Fußball-Kommentator war im März bei Sky rausgeflogen – für eine Aussage, die der von Schumacher doch sehr ähnelt. Nachdem Sei Muroya, seines Zeichens Verteidiger von Zweitligist Hannover 96, im Spiel gegen Erzgebirge Aue eine Chance vergeben hatte, reagierte Dahlmann wie folgt: „Es wäre sein erster Treffer für 96 gewesen. Den letzten hat er im Land der Sushis geschossen.“

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Ob Ralf Schumacher nun ein ähnliches Schicksal blüht, werden wir wohl bald erfahren. Immerhin entschuldigte sich der Bruder von Michael Schumacher kurz vor Ende des Rennens bereits. Er wisse, was Tsunoada gerne esse und daher sei es ein „Spruch unter Freunden“ gewesen, den er auch gemacht hätte, wenn der 21-Jährige neben ihm gesessen hätte.