Novak Djokovic
Foto: AP

Tennisstar Novak Djokovic ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Weltranglisten-Erste am Dienstag mit.

„Ich werde mich nun für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und den Test in fünf Tagen wiederholen“, schrieb Djokovic in einem Statement, das in den sozialen Medien geteilt wurde.

Djokovic war für die Organisation seiner Adria-Tour zuletzt heftig kritisiert worden, weil bei den Veranstaltungen in Belgrad und Zadar keine Hygiene- und Sicherheitsregeln eingehalten worden waren.

Novak Djokovic
Schlecht gealtert: Das Gruppenbild von Novak Djokovic mit den Helfern und anderen Tennis-Profis. Foto: AP Photo/Darko Vojinovic

Vor dem 33-Jährigen waren bereits der Bulgare Grigor Dimitrow, der Kroate Borna Coric und der Serbe Viktor Troicki positiv getestet worden.

Der 34-Jährige hatte auf der ersten Station in Belgrad auch gegen den Hamburger Alexander Zverev gespielt, der sich nach einem negativen Test im Anschluss an das Event im kroatischen Zadar in eine Selbstisolation begeben hat.

Thiem: „Warum sollte ich solchen Spielern Geld schenken?“

Angesichts der laxen Hygienemaßnahmen und Fotos feiernder Tennisprofis mit freiem Oberkörper erinnerte Wimbledonsieger Andy Murray seine Kollegen an ihre Vorbildfunktion. Die einstige Nummer eins der Welt aus Großbritannien sagte der britischen Tageszeitung „The Times“ (Dienstag): „Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu Novak. In der Nachbetrachtung macht das, was da passiert ist, aber keinen guten Eindruck.“

Top-Athleten auf der ganzen Welt müssten zeigen, „dass wir das ernst nehmen und uns darüber im Klaren sind, dass wir Abstandsregeln einhalten“.

Tennis-Superstar Rafael Nadal küsst Ballmädchen – das ist der Grund

„Ich hoffe, dass wir daraus lernen, weil letztendlich wird die ATP Tour nicht zurückkommen, wenn wir jede Woche Probleme haben und die Spieler machen, was sie wollen“, sagte Murray. Der zweimalige Olympiasieger wird in dieser Woche bei einem Showkampf-Turnier in England erstmals seit sieben Monaten wieder ein Match bestreiten.

Seine Teilnahme an den vom 31. August in New York geplanten US Open machte Murray auch von den dortigen Hygienemaßnahmen abhängig. „Für mich ist eines der wichtigsten Themen, wie sie die „Blase“ rund um das Turnier kontrollieren“, schrieb der 33-Jährige in einer am Dienstag erschienenen Kolumne für den britischen Sender BBC.

Alle Spieler sollen in einem Flughafen-Hotel oder in Häusern in dessen Nähe untergebracht und ständig auf das Virus getestet werden. Zudem soll der Betreuerstab der Profis deutlich reduziert werden. Djokovic hatte diese Maßnahmen als extrem bezeichnet und seine Teilnahme offen gelassen.

Tennis-Star Tsitsipas rastet komplett aus und verletzt seinen Vater

Der ATP-Vorsitzende Andrea Gaudenzi aus Italien hofft auf einen Lerneffekt aus den Vorkommnissen und einer größeren Akzeptanz dieser Blase. Der 46 Jahre alte Ex-Profi erinnerte in der „New York Times“ (Dienstag-Ausgabe) zwar daran, dass auch trotz extremer Maßnahmen Coronafälle auftreten könnten. Gaudenzi erklärte aber auch, allen Teilnehmern privater Turniere sei die Einhaltung angemessener Maßnahmen und der Abstandsregeln empfohlen worden.

Als „Horror-Show“ fasste der brasilianische Profi Bruno Soares das Geschehen zusammen. Der Doppel-Spezialist ist Mitglied im ATP-Spielerrat, dessen Präsident Djokovic ist. „Enorme Unverantwortlichkeit und große Unreife. Sie waren total sorglos, und es ist schwer für mich, dafür Worte zu finden“, sagte Soares im brasilianischen Sender GloboEsporte. Der Weltranglisten-28.

Dan Evans schloss sich an: „Ich denke, du solltest keine Spieler-Partys haben und wild durcheinander tanzen“, sagte der Brite. Djokovic hatte in der Vorwoche betont, alle in Serbien und Kroatien geltenden Regeln seien eingehalten worden.

Der Deutsche Tennis Bund reagierte am Dienstag auf den Lockdown im Kreis Gütersloh nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies. Der DTB verlegte eine der Zwischen- und Bonusrunden seiner Turnierserie von Versmold, das im Kreis Gütersloh liegt, nach Mülheim an der Ruhr.

Quelle: dpa