Foto: Christophe Ena/dpa
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Ob die Nummer eins Naomi Osaka, die Geheimfavoritin Kiki Bertens oder Serena Williams und Angelique Kerber: Im Damen-Feld der French Open waren die ganz großen Namen früh gescheitert. Jetzt schied auch die Vorjahressiegerin aus – gegen einen amerikanischen Teenager, der von einigen schon mit der legendären Tennis-Schönheit Anna Kournikova verglichen wird.

Jetzt hat es auch die Titelverteidigerin und ehemalige Weltranglisten-Erste erwischt! Nach Serena Williams, Angelique Kerber und der fast kompletten Top-Ten-Elite ist bei den French Open Simona Halep sensationell früh gescheitert. Die 27 Jahre alte Rumänin und Top-Favoritin auf den Titel unterlag am Donnerstag der zehn Jahre jüngeren Amerikanerin Amanda Anisimova in nur 68 erstaunlichen Minuten 2:6, 4:6.

„Ich kann es nicht glauben, damit habe ich nicht gerechnet. Das war eines der besten Matches, das ich je gespielt habe“, sagte der 17 Jahre alte Teenager aus Freehold im US-Bundesstaat New Jersey nach dem überraschend einseitigen Duell.

Nach dem verwandelten Matchball ließ Anisimova den Schläger in den Sand fallen, schlug ungläubig die Hände vor das Gesicht und verteilte Kusshändchen im Publikum. „Dafür habe ich so hart gearbeitet“, sagte sie im Interview der ehemaligen Wimbledonsiegerin Marion Bartoli.

 
 
 
 
 
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Anisimova wurde am 31. August 2001 geboren und hatte es als erste Tennisspielerin aus der Generation des 21. Jahrhunderts in das Viertelfinale bei einem der vier großen Turniere geschafft. Die Nummer 51 der Weltrangliste trifft im Halbfinale am Freitag nun auf die an Position acht gesetzte Ashleigh Barty.

 
 
 
 
 
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Die 23 Jahre alte Australierin brauchte nur eine Minute länger und beendete ihr Viertelfinale gegen Madison Keys aus den USA fast zeitgleich mit einem 6:3, 7:5-Erfolg. Das andere Halbfinale bestreiten Johanna Konta aus Großbritannien und die Tschechin Marketa Vondrousova.

Und so manifestierte sich an diesem 6. Juni, fast auf den Tag 20 Jahre nach dem legendären Finale zwischen Steffi Graf und Martina Hingis am 5. Juni 1999, allein beim Blick auf die Namen der Halbfinalistinnen die aktuelle Situation im Damen-Tennis, die so heterogen und undurchschaubar ist wie lange nicht.

Vor der Weltranglisten-Dritten Halep waren die Nummer eins Naomi Osaka (Japan), Karolina Pliskova (Tschechien/2.), Kiki Bertens (Niederlande/4.), Angelique Kerber (Kiel/5.), Petra Kvitova (Tschechien/6.), Sloane Stephens (USA/7.), Jelina Switolina (Ukraine/9.) und Serena Williams (USA/10.) gescheitert. Bis zu Kvitovas Turniersieg in Stuttgart im April hatte es in 20 Turnieren 20 verschiedene Siegerinnen gegeben.

„Ich glaube, sie hat eine große Chance hier zu gewinnen“, sagte Halep, als sie schon 25 Minuten nach ihrem Aus zur Pressekonferenz erschien, über ihre Bezwingerin. Anisimova spielte wie in den Runden zuvor und wie schon seit Monaten aggressiv und ohne Angst vor großen Namen auf.

 
 
 
 
 
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Schon bei den Australian Open hatte es Anisimova in das Achtelfinale geschafft. Im vergangenen Jahr sorgte sie erstmals für Furore, als sie in Indian Wells als 16 Jahre alte Qualifikantin die zweimalige Wimbledonsiegerin Kvitova bezwang. In Bogotá holte sie dann in diesem Jahr ihren ersten Titel auf der WTA-Tour.

 
 
 
 
 
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Zwar sind die French Open auf Sand schon immer das Turnier mit dem größten One-Hit-Wonder-Potenzial, wenn man an Siegerinnen wie Jelena Ostapenko oder Francesca Schiavone denkt. Ob im Damen-Tennis der Umsturz bevorsteht, wird sich in Wimbledon oder den anderen großen Turnieren weisen. Der Umbruch allerdings ist längst eingeleitet. (dpa)