Max Hopp
Foto: Silas Stein/dpa

Wenn zum Jahresende Männer mit Bierbäuchen, merkwürdigen Hemden und teils grotesken Frisuren Pfeile auf eine Scheibe werfen und hinter ihnen ein betrunkenes Publikum in wildesten Kostümen grölt, dann ist wieder Darts-WM. Seit Jahren steht die Sportart in der Öffentlichkeit und polarisiert wie keine andere: Für die einen gehört sie in die Kneipe, für die anderen ist sie eine Mischung aus Kunst und Präzision. Was ihr zur Darts-WM wissen müsst und wo ihr die Darts-WM verfolgen könnt, verraten wir euch hier.

Wann und wo findet die Darts-WM statt?

Die Darts-WM 2019 startet am Donnerstag, den 13. Dezember 2018 und endet am 1. Januar 2019 mit dem großen Finale. Ausgetragen werden die Partien seit 2007 im Alexandra Palace im Norden Londons, besser bekannt als „Ally Pally“. Zuvor fanden die PDC World Darts Championships in der Circus Tavern in Purfleet statt.

Wird die Darts-WM im TV oder Stream übertragen?

Ja! Ihr könnt die Darts-WM entweder live im Fernsehen oder auch live im Stream verfolgen. Der TV-Sender Sport1 überträgt die PDC World Darts Championship 2019 täglich live im TV sowie online im Stream. Alternativ könnt ihr die Darts-WM auch live bei Streaming-Anbieter DAZN schauen, sofern ihr ein entsprechendes Abonnement abgeschlossen habt. Mitunter werden die Partien zudem live in diversen Sportsbars oder Kneipen übertragen. So kommt auch gleich mehr „Ally Pally“-Stimmung auf.

Durch die Aufstockung des Teilnehmerfeldes auf 96 gibt es zur WM-Zeit nun auch mehr Darts am Nachmittag zu sehen, das war bisher nur an den Wochenenden der Fall. Nach den Feiertagen wird vom 27. Dezember an auch ein Public Viewing angeboten: In der Grugahalle in Essen sollen bis zu 6000 Fans Platz finden. Das sind doppelt so viele wie bei der WM in der West Hall im Alexandra Palace.

Spielplan und Modus: So läuft die Darts-WM 2019

Los geht es am 13. Dezember mit der Vorrunde. In dieser treten 64 Qualifikanten und Spieler der Pro-Tour-Liste bis zum 19. Dezember gegeneinander an. Die besten 32 Spieler der Weltrangliste sind hingegen gesetzt und greifen erst in der zweiten Runde in das Turnier ein. Inklusive Finale, das am Neujahrsabend ausgespielt wird, finden sieben Runden statt. Dabei wird von Anfang an im K.o.-Modus gespielt. Die Anzahl der zu gewinnenden Sätze erhöht sich von fünf in der ersten Runde bis auf 13 im Endspiel. Ein Satz besteht aus maximal fünf Legs. Ein Leg gewinnt der Spieler, der zuerst 501 Punkte geworfen hat. Insgesamt sind vom 13. Dezember bis 1. Januar nur drei Nachmittage spielfrei. Traditionell sind dies die Weihnachtsfeiertage und Silvester. Einen aktuellen Überblick über die Spieler, Partien und Uhrzeiten findet ihr hier!

Welche deutschen Spieler nehmen an der Darts-WM 2019 teil?

2019 nehmen gleich vier Deutsche an der Darts-WM teil: Max Hopp, Martin Schindler, Gabriel Clemens und Robert Marijanovic. Mit dem Titel dürfte das deutsche Quartett allerdings eher nichts zu tun haben, auch wenn vor allem Hopp in dieser Spielzeit überzeugt hat. Ihm droht allerdings schon in Runde drei ein Duell mit Michael van Gerwen. Der niederländische Weltranglistenerste ist einer der Top-Favoriten auf den Titel, triumphierte schon zwei Mal bei dem Turnier. Bei den weiteren drei deutschen Profis wäre jeder WM-Sieg ein Erfolg.

Wer ist der Favorit auf den Titel bei der Darts-WM 2019?

Der Überraschungs-Weltmeister von 2018, Rob Cross, scheint nicht in der Lage zu sein, seinen Triumph zu wiederholen. Aber auch van Gerwen und Peter Wright spielten zuletzt nicht auf ihrem Top-Niveau. Deshalb werden dem Schotten Gary Anderson gute Chancen eingeräumt. Mensur Suljovic, James Wade und Michael Smith gelten als Außenseiter-Tipps.

Was bekommt der Sieger der Darts-WM 2019?

Wer sich im Finale der Darts-WM 2019 durchsetzt, darf nicht nur die „Sid Waddell Trophy“ mit nach Hause nehmen, sondern sich auch über ein Preisgeld in Höhe von 500.000 Pfund (rund 575.000 Euro) freuen. Insgesamt werden 2019 rund 2,5 Millionen Pfund (ca. 2,8 Millionen Euro) ausgeschüttet. Das sind 780.000 Pfund mehr als im vergangenen Jahr und daher neuer Rekord.

Was ist bei der Darts-WM 2019 neu?

Erstmals haben sich dieses Jahr Frauen qualifiziert: Lisa Ashton aus England und die Russin Anastassija Dobromyslowa sind im Hauptfeld dabei. Statt wie bisher 72 Profis sind nun 96 Spieler am Start. Für die Veranstalter bedeutet dies: mehr Partien, mehr Sessions, längere TV-Zeiten – und natürlich mehr Geld.

Wer ist Rekordsieger der Darts-WM?

Er ist nicht mehr dabei, aber noch immer Rekordsieger: Darts-Ikone Phil „The Power“ Taylor hat die Darts-WM 16 Mal für sich entschieden und gilt als prägendste Figur des Dartsports. Auf Platz zwei folgen Eric Bristow und der weiterhin aktive Niederländer Raymond van Barneveld mit jeweils fünf Titeln. Dreimal erfolgreich waren John Lowe, John Part und Martin Adams.

Wie viel kosten Tickets für die Darts-WM 2019?

Der Preis für eine Karte variiert stark. Im Regelfall gibt es pro Tag eine Nachmittags- und eine Abendsession, wobei die Tickets für den Abend etwas teurer sind. Je weiter vorangeschritten das Turnier ist, desto teurer werden die Tickets. Zudem macht die PDC einen Unterschied zwischen Sitzplätzen auf der Tribüne und Sitzplätzen an einem Tisch vor der Bühne. Los geht es bei 26 Britischen Pfund (ca. 29 Euro) für einen Tribünenplatz für drei Erstrundenspiele und ein Zweitrundenmatch. Das teuerste Ticket für das Finale kostet 350 Pfund (ca. 388 Euro).

Wie viele Zuschauer hat die Darts-WM?

Die West Hall des „Ally Pally“ fasst gerade mal etwas mehr als 3000 Zuschauer. Vor den Bildschirmen schauen aber regelmäßig mehrere Millionen Zuschauer zu. So sahen alleine in Deutschland im Schnitt über zwei Millionen Zuschauer das Finale der Darts-WM 2018 zwischen Rob Cross und Phil Taylor.

Die Geschichte der Darts-WM

Seit 1978 finden jährlich Darts-Weltmeisterschaften statt. Ursprünglich fungierte nur die BDO (British Darts Organisation) als Ausrichter, später spaltete sich unter dem Einfluss von Sky Television aber die PDC (Professional Darts Corporation) ab und veranstaltet seit 1994 eine eigene Weltmeisterschaft. Durch den Wechsel vieler bekannter Spieler von der BDO zur PDC erlangte die PDC im Lauf der Zeit einen immer größeren Stellenwert und ist inzwischen die populärere Organisation.