Beachvolleyball Karla Borger Julia Sude
Foto: Christian Charisius/dpa

Beim Beachvolleyball-Turnier der World Tour in Katar wird die Kleiderordnung vom Veranstalter verändert. Für die Spielerinnen bedeutet das konkret, dass sie in knielangen Hosen und T-Shirts, statt wie üblich im Bikini, antreten sollen. Das deutsche Beachvolleyball-Duo Karla Borger und Julia Sude spielt da nicht mit.

Der Weltverband FIVB teilte dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ mit, man „respektiere die Kultur und Traditionen des Gastgeberlandes“. Der Kleiderwechsel ist für die deutschen Frauen aber keine Option. „Wir wollen das nicht mittragen“, bestätigt Julia Sude dem „Spiegel“ in einem Video-Telefonat. Klingt erstmal merkwürdig, hat aber einen erklärbaren Hintergrund.

Kein Recht auf normale Arbeitskleidung?

„Es geht gar nicht um wenig anhaben oder nicht. Es geht darum, dass wir in unserer Arbeitskleidung nicht unsere Arbeit machen können“, erklärte Sude und fügte hinzu: „Das verstehe ich nicht.“ Beachvolleyball sei „verdammt anstrengend“, führte Karla Borger aus: „Wir passen uns in jedem Land an, wo wir können. Wir sind dazu auch bereit. Aber du bist da in der Hitze am Triefen, alles ist nass.“ Im März sind in Doha, der Hauptstadt Katars, Temperaturen bis zu 30 Grad Celsius alles andere als unüblich.

Die Absage kommt Borger und Sude aber nicht teuer zu stehen, denn das deutsche Beachvolleyball-Duo liegt derzeit auf Rang 16 der Weltrangliste und hat sein Olympia-Ticket für die Sommerspiele in Tokio fast schon sicher.

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Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) hatte im Dezember 2020 für 2021 insgesamt sechs Duos den Nationalmannschafts-Status verliehen. Je drei Frauen- und Männer-Teams erhielten somit im Olympia-Jahr besondere Förderungen.

Bei den Frauen nominierte der DVV die am Bundesstützpunkt in Stuttgart trainierenden Karla Borger und Julia Sude sowie das am zentralen Beach-Volleyball-Bundesstützpunkt in Hamburg trainierende Duo Margareta Kozuch und Laura Ludwig. Beide Teams haben aktuell ein Olympia-Ticket über das olympische Ranking des internationalen Volleyball-Verbandes sicher, für das sich insgesamt 15 Teams qualifizieren können.

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Die ebenfalls in den Nationalmannschafts-Status erhobenen Victoria Bieneck und Isabel Schneider könnten Kozuch/Ludwig noch aus dem Ranking verdrängen, da maximal zwei Teams pro Nation in Tokio dabei sein können. Als sogenannte Perspektivteams für Paris 2024 wurden die ebenfalls in Hamburg trainierenden Leonie Körtzinger und Sarah Schneider sowie Svenja Müller und Cinja Tillmann nominiert.

Bei den Herren gab es keine Veränderungen bei den Nationalmannschafts-Teams, die allesamt in Hamburg trainieren. Dabei sind die Vize-Weltmeister Julius Thole und Clemens Wickler bereits für Olympia qualifiziert. Nils Ehlers und Lars Flüggen sowie Philipp-Arne Bergmann und Yannick Harms wollen über das Olympia-Ranking ein Ticket für Tokio ergattern. Als Perspektivteam sollen Lukas Pfretzschner und Robin Sowa in Hamburg unter Leitung von Trainer Alexander Prietzel an die Weltspitze herangeführt werden.

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Quelle: mit Agenturmaterial der dpa