Gerade einmal sieben Sekunden brauchte Seniesa Estrada am vergangenen Wochenende, um Miranda Adkins im Boxkampf um den WBC-Silverbelt im Halbfliegengewicht zu besiegen. Auf dem Papier eine formidable Leistung – allerdings hat sie einen mehr als faden Beigeschmack.

Schneller ging ein Frauen-Boxkampf noch nie zuende: Sieben Sekunden dauerte der Fight zwischen Seniesa Estrada und Miranda Adkins. Sieben Sekunden, in denen Estrada ihrer Gegnerin sieben Schläge verpasste und damit K.o. schlug.

Nachdem der Ringrichter den Kampf freigab, drängte die 28-Jährige ihre Kontrahentin in die Ecke und „bearbeitete“ sie nach allen Regeln der Kunst. Gegenwehr? Fehlanzeige! Wer zu Kampfbeginn merkte, dass er die Chips oder das Bier vergessen hatte, kam wahrscheinlich nicht einmal bis zur Küchentüre. Hier sind die – logischerweise rar gesäten – Highlights des Kampfes:

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Doch anstatt im Anschluss über die Rekordzeit zu sprechen, machte sich völliges Unverständnis über die Ansetzung breit, denn es handelte sich um ein völliges Mismatch. Zwar wies Adkins bis dato einen lupenreinen Kampfrekord von 5(5)-0-0, also fünf K.o.-Siegen in fünf Kämpfen auf, allerdings hatte sie diese nur gegen völlige unbekannte Boxerinnen errungen. Und: Die 42-Jährige hatte erst vor zwei Jahren mit dem Boxen angefangen, nachdem ihre Mutter an einer Krebserkrankung gestorben war.

Deutlich erfahrener ist dagegen Estrada, die nun im 19. Kampf den achten K.o. gelandet hat und weiter ungeschlagen ist. Die sollte eigentlich gegen Jack Calvo (15(1)-5-0) antreten, welche aber aufgrund einer Knieverletzung ausfiel. Ihr Ersatz hatte leider nicht ansatzweise eine Chance.

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Das ungleiche Duell schlug alsbald hohe Wellen. Auf Twitter schrieb Boxsport-Journalist Dan Rafael: „Ich habe viele Mismatches gesehen, aber dieser Frauenkampf war buchstäblich das Schlimmste, was es gibt. Estrada hat diese arme Frau in sieben Sekunden brutal zusammengeschlagen.“

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Auf Instagram merkte Box-Trainerlegende Russ Anber unter einem Video des Kampfes: „Ich habe in meinen über vierzig Jahren im Boxsport schon viel Scheiße erlebt, doch das ist das Abscheulichste, was ich je gesehen habe. Wer auch immer dafür verantwortlich ist, diese arme, hilflose Frau in den Ring zu schicken, sollte wegen vorsätzlicher Körperverletzung angeklagt werden. Ihr solltet euch schämen. Möge dies euch für den Rest eures Lebens verfolgen! Ihr seid abscheulich! Ich schäme mich für das Boxen!“

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Auch andere Nutzer machen ihrem Unmut in den Kommentarspalten der diversen sozialen Netzwerke Luft. „Es war, als hätte man sie vor einen fahrenden Zug geschoben“, ist genauso zu lesen wie der Vergleich „zwischen Lamm und Löwe“. Kaum auszumalen, was passiert wäre, wenn Adkins den Ring nicht hätte auf eigenen Beinen verlassen können oder sie gar bleibende Schäden davongetragen hätte. Gott sei Dank geht es ihr jedoch den Umständen entsprechend gut!