Nach seiner Hinrichtung ist der iranische Ringer Navid Afkari in der Nacht zum Sonntag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen beerdigt worden. Das gab der Menschenrechtsaktivist Mehdi Mahmudian, der auch ein Freund der Familie Afkaris ist, auf Twitter bekannt.

Laut Mahmudian wurde Afkari in Sangar, einem Dorf in der südiranischen Provinz Fars, beerdigt. Seine Familie durfte an der Beerdigung nicht teilnehmen.

Twitter

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Twitter angezeigt werden. Ich kann die Einbettung solcher Inhalte auch über die Datenschutzseite blockieren.

Inhalt laden

Der 27-jährige Afkari war am Samstag trotz internationaler Proteste im Gefängnis Adel-Abad im südiranischen Schiras hingerichtet worden. Afkari hatte nach Angaben der iranischen Justiz bei einer Demonstration 2018 in Schiras einen Sicherheitsbeamten getötet. Er habe die Tat gestanden, hieß es. Der Sportler, seine Familie und Menschenrechtsorganisationen führten dagegen an, das Geständnis sei durch Folter erzwungen worden.

Twitter

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Twitter angezeigt werden. Ich kann die Einbettung solcher Inhalte auch über die Datenschutzseite blockieren.

Inhalt laden

Auch eine Solidaritätswelle aus dem In- und Ausland hatte den Iran nicht zum Umdenken bewegen können. Die Hinrichtung Afkaris hat im Iran zu wütenden Protesten in den sozialen Netzwerken geführt.

>> Hintergrund: Navid Afkari im Iran hingerichtet – trotz weltweiter Kritik <<

Die internationale Sportlervereinigung „Global Athlete“ hat nach der Hinrichtung des Ringers Navid Afkari Sanktionen des Weltsports für den Iran gefordert. Das Internationale Olympische Komitee und der Ringer-Weltverband müssten den Iran wegen dieser „abscheulichen Hinrichtung“ von der internationalen Sportbühne verbannen, hieß es in einer Erklärung der Athleten-Union. Die iranische Regierung habe gegen die Menschenrechte verstoßen, dies dürfe nicht ungestraft bleiben. Der Iran dürfe nicht länger das Privileg genießen, an internationalen Wettbewerben teilzunehmen.

Twitter

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Twitter angezeigt werden. Ich kann die Einbettung solcher Inhalte auch über die Datenschutzseite blockieren.

Inhalt laden

Afkaris Brüder Vahid und Habib waren zu 54 und 27 Jahren Gefängnis und je 74 Peitschenhieben verurteilt worden. Afkari sei unschuldig gewesen, betonte „Global Athlete“ und mahnte: „Wir dürfen nicht schweigen.“

Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International schloss sich der Forderung nach Konsequenzen an. Die geheime Hinrichtung des Ringers „nach einem unfairen Prozess ist ein Hohn für die Gerechtigkeit und verlangt nach sofortigen internationalen Maßnahmen“, hieß es in einer Amnesty-Mitteilung.

Quelle: dpa