Knapp zwei Millionen deutsche haben zugesehen: Die Premiere der Journalistin Dunja Hayali als Moderatorin im ZDF-Sportstudio verlief ohne Höhepunkte. Nicht schlecht, nicht gut – sondern irgendwas in der Mitte.

Bei ihrer Premiere des ZDF-Klassikers „Aktuelles Sportstudio“ begegnete Hayali ihrer Vergangenheit. Als ihren ersten Studiogast begrüßte die 44-Jährige am Samstagabend Aufstiegstrainer Friedhelm Funkel vom Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf und blickte auf ihre journalistischen Anfänge als Sportreporterin vor mehr als 15 Jahren zurück. Immer wenn Funkel mit seinen Teams verlor, habe es damals in der Redaktion geheißen „Hayali muss da hin. Und ich habe gesagt: Oh, Gott“, erzählte sie zu Beginn.

Was folgte, war eine nette Plauderei mit dem 64-Jährigen, die 1,98 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 12,3 Prozent) verfolgten. Für Hayalis Anspruch, „die politische Einordnung sportlicher Themen“ in der Sendung voranzutreiben, war Funkel nicht der passende Gast. Ihre Qualitäten als „eine der besten Interviewerinnen des deutschen Fernsehens“ (ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann) hätte sie beim ehemaligen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil, Bundestrainer Joachim Löw, Teammanager Oliver Bierhoff oder DFB-Präsident Reinhard Grindel eher zeigen können. Doch die standen nicht zur Verfügung.

Somit geriet das Debüt eines der bekanntesten ZDF-Gesichter in einer der ältesten TV-Sportsendungen routiniert und sachlich. Die Spannungsmomente warten in der Zukunft. Immerhin, beim Torwandschießen traf Funkel dreimal, wie auch sein Gegner. Das wird allerdings weder Fortuna Düsseldorf zum Klassenerhalt genügen noch Hayali für ihre Reputation.

(Mit dpa-Material)