Wut nach nächster Schiri-Fehlentscheidung: Flyeralarm kündigt Millionen-Vertrag mit DFB

Thorsten Fischer hat angekündigt, dass Flyeralarm seinen Millionen-Vertrag mit dem DFB kündigen will. Hintergrund ist eine erneute Schiedsrichter-Fehlentscheidung gegen die Würzburger Kickers in der 2. Bundesliga – aus Fischers Sicht die insgesamt elfte in dieser Saison gegen "seinen" Club. Es geht dabei um Sponsorengelder in Höhe von knapp vier Millionen Euro.
Thorsten Fischer Würzburger Kickers flyeralarm
Foto: Daniel Karmann/dpa

Nach vielen Schiedsrichter-Fehlentscheidungen gegen die Würzburger Kickers in der 2. Bundesliga will die Online-Druckerei Flyeralarm ihre Verträge mit dem Deutschen Fußball-Bund kündigen. Das teilte Firmenchef Thorsten Fischer nach dem 1:1 der Kickers gegen den 1. FC Nürnberg am Sonntag mit.

„Nach heute elf spielentscheidenden Fehlentscheidungen kündige ich auf diesem Wege vorab in mündlicher Form – mit aller Gelassenheit und ohne Emotionen – sämtliche Verträge mit dem DFB. Dies betrifft mein komplettes Sponsoring für die Nationalmannschaft und den DFB“, hieß es in einer Mitteilung.

>> Jürgen Klopp geht nach Pleite auf Schiedsrichter Brych los – das sagte er ihm <<

„Ich habe den Glauben wie Hoffnung an eine Gleichbehandlung und seriöses Geschäftsgebaren verloren“, sagte Fischer. Die Würzburger Kickers hätten zwar spielerisch in der Saison oft nicht überzeugt. Daneben aber listete Fischer elf Aktionen in der Saison auf, in denen die Unterfranken benachteiligt worden seien. „Diese krassen, ich sage mittlerweile mutwilligen Fehlentscheidungen gegen uns, lassen mir für uns keine andere Wahl zu“, hieß es.

Keine Rote Karte nach Mühl-Foul an Munsy – Mattuschka: „Brutal“

Im aktuellsten Fall geht es um eine Szene aus dem Spiel gegen Nürnberg (1:1), nach dem Würzburg nun bei noch sechs ausstehenden Spielen neun Punkte Rückstand auf das rettende Ufer und mindestens sechs (ein Spiel mehr absolviert) auf Relegationsplatz 16 hat: In der 19. Minute gerät eine Rückgabe auf Club-Keeper Mathenia zu kurz, Munsy startet dazwischen, wird dann aber von Mühl als letztem Mann gelegt. Schiedsrichter Tobias Reichel pfieft zwar Foul, zeigt aber nur Gelb.

>> Bundesliga auf Sky: Die Kommentatoren und Moderatoren am aktuellen Spieltag <<

Sky-Experte Torsten Mattuschka befand im Anschluss: „Ganz klare Rote Karte. […] Mehr Rot geht nicht. Das ist brutal, was Würzburg in die Fresse kriegt Woche für Woche.“ Und daraus will Thorsten Fischer nun eben die Konsequenzen ziehen.

Flyeralarm-Aus würde DFB 4 Millionen Euro „kosten“

Flyeralarm ist Hauptgeldgeber bei den Würzburger Kickers und daneben unter anderem Namenssponsor der Frauen-Bundesliga. Dieses Engagement wurde bis 2022/23 vereinbart. „Das Thema Frauen-Bundesliga, und das möchte ich explizit betonen, betrachten und prüfen wir separat“, sagte Fischer laut einer weiteren Mitteilung. „Weil die Frauen in dieser männerlastigen Domäne DFB überhaupt nichts dafür können. Flyeralarm hat weiterhin ein großes Herz für den Frauen-Fußball.“

Ob und wie vorher ein Ende der anderen Sponsoren-Vereinbarungen möglich ist, war zunächst unklar. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht es dabei um Sponsorengelder in einem Volumen von knapp vier Millionen Euro, die die Druckerei vor allem für Bandenwerbung bei Länderspielen des DFB nun abziehen will.

dpa