Werder Bremen trennt sich von Trainer Kohfeldt – Schaaf übernimmt

Werder Bremen hat sich einen Spieltag vor dem Ende der Saison doch noch von Trainer Florian Kohfeldt getrennt. Es übernimmt ein alter Bekannter an der Weser.
Florian Kohfeldt Werder Bremen
Foto: Matthias Balk/dpa

Werder Bremen hat sich einen Spieltag vor dem Ende der Saison doch noch von Trainer Florian Kohfeldt getrennt.

Der frühere Coach Thomas Schaaf betreut das Team bis zum Saisonende, wie der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist am Sonntag mitteilte.

„Der Trend der letzten zwei Jahre hat uns zu der Überzeugung kommen lassen, dass der Mannschaft der Glaube an diese Konstellation verloren gegangen ist“, sagte Geschäftsführer Frank Baumann am Sonntag im „Doppelpass“ bei Sport1. Vergangene Saison habe es den Glauben an die Konstellation noch zu hundert Prozent gegeben. Nun sei das nicht mehr der Fall gewesen, sagte Baumann, der trotz der sportlichen Talfahrt lange an Kohfeldt festgehalten hatte.

„Man hat gestern auch gemerkt, dass die Manschaft ein Stück weit hilf- und ratlos war, und dass jetzt die größtmögliche Chance auf einen Effekt des Trainerwechsels da ist“, sagte Baumann bei Sky mit Blick auf die 0:2-Niederlage beim FC Augsburg.

Zuvor hatte Frank Baumann ein eindeutiges Bekenntnis zu Kohfeldt vor dem Saisonfinale von Werder Bremen im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga vermieden. Nach dem 0:2 beim FC Augsburg ließ der Geschäftsführer zunächst offen, ob der Coach auch am letzten Spieltag am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Borussia Mönchengladbach noch auf der Trainerbank sitzen werde.

Thomas Schaaf hört am Saisonende wieder auf

Der 60 Jahre alte Schaaf, der Werder in der Vergangenheit bereits 14 Jahre trainiert hatte und unter anderem 2004 das Double mit den Grün-Weißen gewann, wird am Sonntag in das Quarantäne-Trainingslager nach Barsinghausen reisen. Ihm zur Seite steht neben dem bisherigen Trainerteam auch Wolfgang Rolff, der als Co-Trainer fungieren wird. Das Engagement von Schaaf ist bis zum Ende der Saison begrenzt.

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„Wir haben eine brutal große Enttäuschung, so dass ich keine klaren Aussagen treffen möchte“, hatte Baumann im ZDF-„Sportstudio“ am späten Samstagabend gesagt. Er wolle sich zuerst mit seinen Kollegen und dem Aufsichtsrat abstimmen. „Wir müssen die Enttäuschung erstmal sacken lassen“, sagte Baumann der „Deichstube“. Der Sportchef habe noch keine Zeit gehabt, sich mit den weiteren Verantwortlichen auszutauschen.

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Durch das neunte sieglose Ligaspiel in Serie stürzte Werder auf den Relegationsplatz 16. Kohfeldt hatte anschließend betont, dass er sich zutraue, Bremen im Notfall wie im Vorjahr über eine erneute Relegation vor dem Abstieg zu bewahren. „Ich bin nach wie vor kämpferisch“, sagte der 38-Jährige.

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Bereits Ende April nach dem 1:3 beim 1. FC Union Berlin am 31. Spieltag hatte Baumann die Zukunft von Kohfeldt zunächst offen gelassen. Anschließend wurde dem Trainer nach langen Beratungen jedoch das Vertrauen ausgesprochen.

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dpa