Fc Sion Kündigung Corona Pajtim Kasami Bruno Morgado
Foto: Valentin Flauraud/KEYSTONE/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Schweizer Fußball-Erstligist FC Sion hat laut Medienberichten mehreren Spielern wegen der finanziellen Folgen der Coronavirus-Krise fristlos gekündigt.

Wie die Schweizer Tageszeitung „Blick“ berichtet, habe Vereinspräsident Christian Constantin den Topverdienern der Mannschaft „aus guten Gründen“ und „wegen höherer Gewalt“ durch die Corona-Krise die Kündigung ausgesprochen.

„Wir sind all unserer Einkommen beraubt. Es ist uns untersagt, ihnen ihre Arbeitsleistung anzubieten und es ist ihnen untersagt, ihre Leistung zu erbringen“, zitierte die Schweizer Boulevardzeitung aus einem Schreiben Constantins.

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Vom Verein gab es dazu am Donnerstag zunächst keine Stellungnahme. Laut „Blick“ sollen unter anderem der ehemalige Arsenal- und Barcelona-Spieler Alex Song und Stürmer Seydou Doumbia, der einst unter anderem für die AS Rom und Sporting spielte, betroffen sein.

Noch vor der Kündigung soll Constantin versucht haben, die Spieler zu Kurzarbeit zu verpflichten. Diese hätten jedoch wegen der kurzen Frist bis Mittwoch um 12 Uhr das Schreiben nicht unterzeichnet.

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„In dieser kurzen Zeitspanne war es unmöglich, die Sache seriös abzuklären. Und vom Club war für Nachfragen niemand erreichbar. Was der FC Sion da gemacht hat, ist alles andere als korrekt“, zitierte die Zeitung den Agenten eines Profis. Die Schweizer Spielergewerkschaft SAFP kündigte bereits Widerspruch an.

Es ist wahrlich nicht das erste Mal, dass der umstrittene Präsident Constantin mit einem Skandal für Aufmerksamkeit sorgt. 2017 griff er vor laufender Kamera den Schweizer TV-Experten Rolf Fringer an und schlug ihn zu Boden.

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Darüber hinaus handelte er Sion einst einen rekordverdächtigen Abzug von 36 Punkten ein, weil er trotz einer Transfersperre einfach munter weiter Spieler verpflichtete und einsetzte. 2016 setzte Constantin eine Belohnung von über 20.000 Euro aus für Hinweise, die Schiedsrichter Sascha Amhof nach einer Fehlentscheidung der Spielmanipulation überführen könnten.

Quelle: mit Agenturmaterial (dpa)