Bayern München David Alaba
Foto: Manu Fernandez/Pool AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Uli Hoeneß hat sich als Abteilung Attacke mit deftigen in den Poker um die Alaba-Vertragsverlängerung eingemischt. Dann meldeten sich der Vater und der Berater des Spielers zu Wort. Jetzt spricht David Alaba selbst.

Es wurde viel gesprochen. Es wurden viele Vorwürfe gemacht. Doch jetzt hat sich der Innenverteidiger des FC Bayern selbst zu Wort gemeldet. Ganz offensichtlich will der Österreicher kein zusätzliches Öl ins Feuer gießen. Denn Alabas Worte klingen relativ versöhnlich und lösungsorientiert.

„Ich wünsche mir, dass meine vertragliche Situation nicht in der Öffentlichkeit geklärt wird“, zitiert die „Bild“ den Spieler selber. „Daher haben mich ein paar Aussagen und Berichte der letzten Wochen verwundert und durchaus auch verletzt. Viele Dinge, die im Moment geschrieben und gesagt werden, stimmen einfach nicht und entsprechen nicht der Wahrheit.“

Alabas Vertrag beim Champions-League-Sieger läuft am 30. Juni 2021 aus. Er könnte dann ablösefrei wechseln. Laut Hoeneß wird über einen neuen Vier- oder Fünfjahresvertrag verhandelt. „Dieser Klub ist für mich nicht irgendein Verein, er ist Zuhause, Familie und Heimat“, sagte Alaba. „In einer Familie ist man durchaus mal anderer Meinung, man streitet sich vielleicht auch, aber es bleibt immer innerhalb der Familie. Das werde ich auch weiter beherzigen.“

>> „Schmutzige Lügen“: Berater und Vater von Alaba gehen auf Hoeneß los <<

Nach der Attacke von Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatten sich der Vater und der Berater des österreichischen Fußball-Nationalspielers David Alaba zur Wehr gesetzt.

„Ich habe nicht damit gerechnet, dass der FC Bayern jetzt in der Öffentlichkeit schmutzige Lügen über Gehalts- und Provisionsforderungen streut“, sagte George Alaba am Montag dem TV-Sender Sky. „Zu behaupten, dass wir wegen einer solchen Zahlung bei Vertragsunterschrift nicht zu einer Einigung kommen, ist eine von diesen dreckigen Anschuldigungen. Und das alles nur, weil wir die von ihnen vorgelegten Zahlen nicht akzeptieren. Wir haben unsere eigenen Vorstellungen.“

>> Uli Hoeneß: „David Alaba hat einen geldgierigen Piranha als Berater“ <<

Hoeneß hatte im Fußball-Talk „Doppelpass“ bei Sport1 den Berater Pini Zahavi als das größte Problem beim Poker um die Vertragsverlängerung des Spielers dargestellt. „Er hat einen geldgierigen Piranha als Berater“, sagte Hoeneß am Sonntag. So verlange der 77-Jährige für eine Unterschrift Alabas alleine für sich ein Honorar „im zweistelligen Millionenbereich“. Von Zahavi lasse sich insbesondere Alabas Vater beeinflussen, behauptete Hoeneß: „Es geht wirklich nur um Geld und sonst gar nichts.“

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Zahavi sagte zu den Anschuldigungen am Montag: „Ich habe zu keinem Zeitpunkt detailliert über eine etwaige Provisionszahlung mit den Bayern-Verantwortlichen gesprochen. Das einzige Mal, dass dieses Thema auf den Tisch kam, war bei unserem Treffen in Lissabon. Dort fragte mich Hasan Salihamidzic, wie ich mir das vorstellen würde. Ich sagte ihm, dass wir zunächst an einer Einigung mit dem Spieler arbeiten sollten, ich aber nicht mehr als das Übliche fordern werde.“

Matthäus hat auch eine Meinung zu Alaba

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat mit Blick auf die Vertragsverhandlungen zwischen Alaba und dem FC Bayern derweil wenig Verständnis für den Poker des Österreichers um mehr Geld. „Sollte es wirklich so sein, dass es ihm und seinem Berater nur noch darum geht, mehr Gehalt zu bekommen, wäre das in meinen Augen nicht die klügste Entscheidung“, schrieb der 59-Jährige in seiner Kolumne für den TV-Sender Sky. Auch er hätte zu seiner Zeit bei einigen Verträgen mehr Geld herausholen können. „Aber ich kann David versichern, dass es am Ende seiner Karriere nicht das sein wird, was ihn noch glücklicher macht.“

Der Weltmeister von 1990 sieht beim Champions-League-Sieger Bayern München Torhüter Manuel Neuer und Stürmer Robert Lewandowski an der Spitze des Gehaltsgefüges. Wenn Alaba durch seinen neuen Vertrag bei Bayern in die Top 3 oder Top 5 aufsteige, sei das völlig in Ordnung. „Vor allem in der heutigen Zeit und bei einer Verbindung wie die von David und den Bayern sollte Geld nicht das wichtigste Kriterium sein“, schrieb Matthäus.

Verständnis hingegen hätte der Sky-Experte, wenn Alaba den Verein verlassen wollte, um etwas Neues kennenzulernen. „Sollte er den großen Wunsch haben, für einen Verein wie Real (Madrid) spielen zu wollen, die Premier League Woche für Woche zu erleben oder mit Messi zu zaubern, wären das Argumente, die ich nachvollziehen kann“, sagte Matthäus.

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Quelle: mit Agenturmaterial der dpa