TSG Hoffenheim zieht die Reißleine: Cheftrainer Sebastian Hoeneß entlassen

Bitteres Ende einer sportlichen Talfahrt: Die TSG Hoffenheim hat sich von Cheftrainer Sebastian Hoeneß getrennt.
Sebastian Hoeneß
Sebastian Hoeneß im Bundesliga-Spiel der TSG Hoffenheim gegen Greuther Fürth am 17. April 2022. Foto: Uwe Anspach/dpa
Sebastian Hoeneß
Sebastian Hoeneß im Bundesliga-Spiel der TSG Hoffenheim gegen Greuther Fürth am 17. April 2022. Foto: Uwe Anspach/dpa

Die TSG Hoffenheim war lange auf Europapokal-Kurs, doch ab Mitte März ging nichts mehr – es setzte neun sieglose Partien in Serie. Nun haben die Verantwortlichen die Konsequenzen: Der Verein trennt sich von Cheftrainer Sebastian Hoeneß.

Das teilte der Fußball-Bundesligist am Dienstag mit. Wer zur Saison 2022/23 Nachfolger des 40 Jahre alten Neffen von Uli Hoeneß wird, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Hoeneß hatte einen Vertrag bis Sommer 2023.

„Wir müssen uns nach einer bereits vor dem letzten Spieltag begonnenen Analyse eingestehen, dass die Ergebnisse und Ereignisse in den vergangenen zwei Monaten viel von den zahlreichen positiven Aspekten, die diese Saison bereithielt und uns zwischenzeitlich bis auf Platz vier brachten, überschattet haben“, sagte Sportchef Alexander Rosen in der Mitteilung.

Noch kürzlich hatte sich Rosen demonstrativ für Hoeneß eingesetzt. „Sebastian ist ein cooler, ehrlicher Typ, kein Schaumschläger, ein starker Kommunikator und ein absoluter Fußballfachmann“, hatte Rosen dem „kicker“ Ende April gesagt. Man arbeite vertrauensvoll zusammen und habe gemeinsame Ziele. Nach den Niederlagen gegen Freiburg (3:4), Leverkusen (2:4) und Gladbach (1:5) galt das offenbar nicht mehr.

„Es ist unerklärlich“

Hoeneß betreute den Club aus dem Kraichgau zwei Spielzeiten lang. In seiner ersten Saison landete Hoffenheim – gebeutelt von vielen Corona-Fällen und Verletzungen – auf Rang elf. Diesmal schien angesichts des starken Kaders mehr möglich, bis Mitte März die große Krise begann. „Es ist unerklärlich, wie wir eingebrochen sind. Es war nicht nur eine schlechte Phase, es waren neun Spiele. Das ist zu lang“, sagte Torhüter Oliver Baumann nach dem letzten Saisonspiel.

Hoeneß hatte nach dem 1:5 von Gladbach von zu vielen Verletzten und zu vielen Gegentoren gesprochen. Bei diesen Punkte wollte er in der Saisonvorbereitung, die im Juli ein einwöchiges Trainingslager in Kitzbühel vorsieht, ansetzen. Das wird nun ein anderer Chefcoach erledigen müssen.

Nach Adi Hütter bei Borussia Mönchengladbach, Markus Weinzierl beim FC Augsburg und Florian Kohfeldt beim VfL Wolfsburg ist Hoeneß bereits der vierte Bundesliga-Chefcoach, der nach Saisonende geht. Absteiger SpVgg Greuther Fürth präsentierte zudem Marc Schneider als Nachfolger von Stefan Leitl, der zu Hannover 96 wechselt.

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dpa