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Foto: Tobias Hase/dpa - Pool/dpa

Im Überschwang nach seinem Tor hat Borussia Mönchengladbachs Marcus Thuram die Jubel-Empfehlungen beim Neustart der Fußball-Bundesliga offenbar verdrängt. Er war damit nicht der einzige Spieler am Bundesliga-Samstag. Sanktionen gibt es dafür allerdings nicht.

Thuram ging nach seinem Treffer bei Eintracht Frankfurt am Samstag mit seinem Teamkollegen Ramy Bensebaini in Wangenkontakt und schien ihm sogar ein Küsschen aufzuhauchen. Der 22 Jahre alte Thuram hatte in der 7. Minute zum 2:0 für die Gäste getroffen.

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Die Deutsche Fußball Liga hatte den Profis vor dem Wiederanpfiff nach der Corona-Pause in einem „Organisations-Rundschreiben Sonderspielbetrieb“ geraten, auf den gemeinsamen Torjubel zu verzichten. Kurzer Ellenbogen- oder Fußkontakt ist indes erlaubt.

Keine Strafe für Torjubel mit zu viel Körperkontakt

Zuvor hatten auch die Profis von Hertha BSC mit ausgiebigem gemeinsamem Torjubel mit Körperkontakt beim 3:0 bei der TSG Hoffenheim für Aufsehen gesorgt. Eine Strafe droht aber nicht.

„Der Torjubel von Spielern ist nicht Bestandteil des medizinisch-organisatorischen Konzepts der „Task Force Sportmedizin / Sonderspielbetrieb“, das am Donnerstag als Anhang in die DFL-Spielordnung aufgenommen wurde“, teilte ein DFL-Sprecher am Samstag mit. „Zum Thema Torjubel wurden in Ergänzung zum Konzept lediglich Hinweise zur Orientierung gegeben – Sanktionen erübrigen sich daher.“

Hertha-Spieler Dedryck Boyata hat Mitspieler Marko Grujic ziemlich innig berührt. Auch wenn es sich hier nicht um einen Torjubel handelte, die DFL sieht das sicherlich nicht so gerne:

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Dedryck Boyata und Marco Grujic gehen nicht auf Distanz. Thomas Kienzle/AFP/POOL/dpa

Doch auch beim Torjubel hielten es die Herthaner nicht so genau. Trainer Bruno Labbadia, der beim 3:0-Sieg seiner Berliner in Hoffenheim einen Einstand nach Maß feierte, versuchte zu beschwichtigen: „Ich hoffe, die Menschen draußen haben Verständnis dafür. Es ist nur eine Empfehlung, sich zurückzuhalten“, rechtfertigte Labbadia. Anders als in weiteren Bundesliga-Stadien geizten die Hertha-Profis nicht mit Körperkontakt nach den Toren von Vedad Ibisevic, Matheus Cunha sowie einem Eigentor von Hoffenheims Kevin Akpoguma „Wir wurden sechsmal negativ getestet, zuletzt gestern. Emotionen gehören auch ein Stück weit dazu. Sonst brauchen wir das Spiel nicht zu spielen.“

Stürmer Vedad Ibisevic haut in dieselbe Kerbe und holte sich sogar Rat ein: „Emotionen kann man wirklich nicht verstecken. Ich habe unseren Doktor vor dem Spiel gefragt, ob das Tor zählt, wenn man das macht. Das war für mich das Allerwichtigste.“ Ibisevic sagte, es tue ihm leid, „aber wir sind leidenschaftliche Fußballer und keine Roboter“.

Einen coronakonformen Jubel gab es hingegen beim VfL Wolfsburg zu sehen:

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Daniel Ginczek und Kevin Mbabu halten sich beim Jubel an die DFL-Empfehlung. Foto: Tobias Hase/dpa – Pool/dpa

Auch Borussia Dortmunds Erling Haaland, der seine Mannschaft beim 4:0-Derbyerfolg über den FC Schalke mit seinem Treffer auf die Siegerstraße brachte, hielt sich an die Abstandsregeln:

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Kritik an der ganzen Torjubel-Sache gab es von einem Stürmerstar, der mittlerweile in der Türkei für Galatasaray Istanbul auf Torejagd geht. Radamel Falcao nämlich äußerte via Twitter sein Unverständnis:

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„Ich sehe gerade die Rückkehr des Fußballs und frage mich: Gibt es einen fachlich fundierten Grund dafür, die Umarmungen nach Toren nicht zuzulassen? Während der Spiele sind wir in ständigem Körperkontakt. Bei einem Eckball hängen die Verteidiger auf dir drauf, bei einer Freistoßmauer stehen alle eng zusammen.“ Warum gibt es also Vorgaben beim der DFL zum distanzierten Verhalten beim Torjubel?

Quelle: mit Agenturmaterial von dpa