EM 2021 England Deutschland Müller
Foto: Christian Charisius/dpa

Es war dieser eine Moment, der das Spiel in eine andere Bahn hätte lenken können: In der 81. Minute läuft Thomas Müller alleine auf Englands Torwart Jordan Pickford zu – und legt den Ball knapp neben den Pfosten. Es wäre der Ausgleich für das deutsche Team gewesen. Stattdessen befördert Harry Kane England fünf Minuten später mit seinem ersten Turniertor ins EM-Viertelfinale und Deutschlands Weg endet abrupt.

„Da war er, dieser eine Moment, der dir am Ende in Erinnerung bleibt, der dich Nachts um den Schlaf bringt“, schreibt der untröstliche Thomas Müller am Morgen nach dem Achtelfinal-Aus. „Dieser Moment, wenn du es alleine in der Hand hast, deine Mannschaft in ein enges KO-Spiel zurückzubringen und eine ganze Fußballnation in Ekstase zu versetzen. Diese Möglichkeit zu bekommen und sie dann ungenutzt zu lassen, tut mir verdammt weh.“

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Das Leid Müllers ist in diesen Zeilen förmlich zu greifen. Als alter Hase weiß er, dass ein Treffer dem Spiel eine neue Wendung und der deutschen Auswahl womöglich doch noch eine Chance auf das Viertelfinale gegeben hätte. „Es tut mir weh für das ganze DFB-Team, meine Mitspieler und unseren Trainer, die mir allesamt das Vertrauen geschenkt haben genau dann zur Stelle zu sein. Aber vor allem schmerzt es wegen all der Deutschland-Fans da draußen, die während dieser EM trotz schwieriger Vorzeichen zu uns gehalten und uns unterstützt haben“, fährt er fort, ehe er sich für die Unterstützung bedankt.

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War es Thomas Müllers letztes Spiel für Deutschland?

Zu seiner Zukunft in der deutschen Nationalmannschaft äußerte sich Müller derweil nicht. Geht es nach ARD-Experte Bastian Schweinsteiger, dann war es das letzte Länderspiel der beiden DFB-Rückkehrer Müller und Mats Hummels. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, der den neuen Bundestrainer Hansi Flick gut kennt und mit ihm befreundet ist, rechnet dagegen mit einem eher sanften Umbruch. Er ist überzeugt, dass der bisherige Bayern-Coach Müller „sicher nicht aussortieren“ wird.

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„In eineinhalb Jahren startet die WM in Katar, dort muss er eine schlagkräftige Mannschaft haben. Zu dieser wird Thomas gehören. Denn Hansi will nicht alles auf ein Langzeitprojekt und die EM 2024 in Deutschland ausrichten, er will schon im Winter 2022 in Katar Erfolge feiern, Weltmeister werden“, schrieb er in seiner „Sport Bild“-Kolumne.

Möglicherweise kommen Müller und Hummels Hansi Flick aber auch zuvor und geben ihren endgültigen Abschied selbst bekannt. Die Zeit wird es zeigen.