Thomas Hitzlsperger
Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Wer aktuell den Namen des ehemaligen Nationalspielers Thomas Hitzlsperger bei Google eingibt, wird sich wundern. Im Infokasten zu seiner Person wird der Ex-Fußballer wegen seiner Homosexualität angefeindet.

Googelt ihr eine bekannte Persönlichkeit, spuckt euch die Suchmaschine in der Regel einen Infokasten der Online-Enzyklopädie Wikipedia aus, bei der ihr die wichtigsten Informationen zum Suchbegriff bereits erhaltet, ohne auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel draufzuklicken. An eurem Rechner befindet sich der Kasten rechts, auf euren Handy müsst ihr ein bisschen runterscrollen.

Googelt ihr aktuell „Thomas Hitzlsperger“, bekommt ihr allerdings etwas angezeigt, was dort sicherlich nicht hingehört. In Großbuchstaben ist im Infokasten zu lesen: „ACHTUNG OBACHT VOR DEM WEITER LESEN!!!! THOMAS HITZLSPERGER IST SCHWUL WEITERLESEN IST NACH DIESER INFORMATION AUF EIGENE GEFAHR!! WIKIPEDIA HAFTET NICHT“. Hier hat sich wohl jemand einen ganz schlechten Scherz auf die Kosten Hitzlspergers erlaubt. Es handelt sich um einen ekelhaften Fall von Homophobie, denn der Text impliziert, dass Schwulsein etwas Schlimmes sei.

Google Suche Thomas Hitzlsperger
Foto: Screenshot Google

Wie kann dieser Satz bei Google landen? Die Suchmaschine hat hier den Anfang des Wikipedia-Eintrags zu Hitzlsperger ausgespielt. Bei der Enzyklopädie können die Nutzer selbst Einträge editieren. Wikipedia selbst ist der Fehler offenbar schnell aufgefallen, sodass der beleidigende Absatz gelöscht wurde. Bei Google selbst ist die neue Version allerdings womöglich noch nicht angekommen. Auch am Montagvormittag (Stand: 9.30 Uhr) ist der homophobe Absatz noch zu sehen. Auf Twitter meldete sich bereits am Sonntagmittag eine Person zu Wort, der die Sache aufgefallen ist:

Hitzlsperger, der seit Februar 2019 als Sportvorstand beim VfB Stuttgart aktiv ist, hat sich im Januar 2014 geoutet und war damit der erste prominente deutsche Profifußballer, der sich offen zu seiner Homosexualität bekannt hat. Am 15. Oktober wird der 52-fache Nationalspieler Vorstandsvorsitzender beim VfB.