Wanderson Torjubel
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Im Fußball gibt es selten Situationen und Szenen, die man mit den Worten: „Sowas hat man noch nicht gesehen“, kommentiert. Doch, das, was sich am Wochenende in der bulgarischen Liga abgespielt hat, darf man getrost als Kuriosum bezeichnen. Wir legen uns sogar fest: Sowas haben wir noch nicht gesehen!

Was war passiert? Im Spiel zwischen Ludogorets Razgrad und Slavia Sofia (0:0), erzielte der gebürtige Brasilianer Wanderson Cristaldo Farias, in der 79. Minute den vermeintlichen Siegtreffer für die Hausherren. Die Freude bei Wanderson und seinen Teamkollegen war dementsprechend groß. Doch dann kam alles anders.

Eine langgezogene Flanke von rechts verwertet der Linksaußen eiskalt per Direktschuss. Der Gäste-Keeper ist geschlagen und Razgrads Nummer 88 hüpft elegant über die Werbebande hinter dem Tor. Schließlich muss ein potenzieller Siegtreffer ja auch ausgiebig mit den Fans gefeiert werden.

Während Wanderson also jubelnd zur Tribüne läuft, hat der Schiedsrichter eine nicht ganz unwichtige Entscheidung auf dem Rasen getroffen. Der Treffer gilt nicht, denn der Assistent hatte auf Abseits entschieden. Slavias Torhüter führt den indirekten Freistoß im eigenen Strafraum umgehend aus, das Spiel läuft weiter.

Der 31 Jahre alte Wanderson hat davon nichts mitbekommen. Er ist inzwischen die Tribüne hochgekraxelt, steht mit ausgebreiteten Armen in Jubelpose auf dem Zaun. Was dann passiert, überrascht uns aber dann doch noch völlig. Als wäre die Situation noch nicht witzig genug – Ludogorets spielt aktuell in Unterzahl, weil der Offensivspieler immer noch seinen nicht gegebenen Treffer bejubelt – kommt plötzlich Wandersons Ehefrau ins Bild und drückt ihrem Schatz zur Belohnung zwei dicke Schmatzer auf den Mund. Sie hatte auch nicht mitbekommen, dass der Schiedsrichter den Treffer wieder aberkannt hatte.

Schaut euch hier das witzige Video komplett an:

Und Wanderson? Der joggt nach dem Rumgeknutsche auf dem Zaun in aller Seelenruhe wieder zurück aufs Spielfeld. Sein Blick verrät jedoch eine gewisse Unsicherheit. Es scheint so, als würde er denken: „Warum spielen die hier weiter? Warum zum Teufel gibt es keinen Anstoß für den Gegner an der Mittellinie?“ Dann bricht das Video ab. Besonders bitter für Wanderson und seinen Klub: Das Tor hätte zählen müssen, denn die TV-Bilder beweisen eindeutig, dass der Angreifer sich nicht im Abseits befand. Immerhin: Die Küsse der Ehefrau kann ihm keiner mehr nehmen.