Für England war der Mittwochabend ein berauschender: Nach dem 2:1-Sieg im Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft stehen die „Three Lions“ im Finale. Für Nina Farooqi hatte der Abend aber Konsequenzen. Sie verlor ihren Job.

Wie der „Daily Telegraph“ berichtet, hatte eine Freundin von Nina Farooqi kurzfristig zwei Tickets für das Halbfinale am Mittwochabend in einer Verlosung gewonnen und sich entschieden, die 37-Jährige mitzunehmen. Allerdings stand Farooqi auch auf dem Dienstplan. Was also tun? Sie entschied sich dafür, nach Wembley zu fahren und sich für die Arbeit krank zu melden.

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„Unter 60.000 Zuschauern im Stadion wird mich schon keiner sehen“, dachte sie wich wohl. Das stimmte nur bedingt – genauer gesagt bis zum ersten Tor der Engländer. Nach dem 1:1 kurz vor der Halbzeit schwenkte die Kamera nämlich auf die jubelnden Zuschauer – und auch auf Farooqi.

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Live auf der ganzen Welt zu sehen: Englands 1:1 gegen Dänemark wurde Nina Farooqi zum Verhängnis

Diese bejubelte den Treffer mit ihrer Freundin und wurde prompt von Bekannten aus der ganzen Welt, die sie im Live-Fernsehen gesehen hatten, mit Nachrichten überflutet. Was viele Fans freuen würde, war für Farooqi der Albtraum schlechthin. Denn so waren sie und ihre falsche Krankmeldung aufgeflogen.

Auch die Vorgesetzten des Arbeitgebers in der Nähe von Bradford hatten sich das Spiel natürlich angeschaut – und die Jubelszene gesehen. Die Reaktion folgte am nächsten Morgen: Farooqi saß im Zug auf dem Weg zurück nach Bradford, als sich ihr Chef bei ihr meldete und ihr mitteilte, dass sie sich nicht bemühen müsse, pünktlich für ihre nächste Schicht zurück in Bradford zu sein. Sie sei ohnehin gefeuert.

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„Sie hat gegen unseren Arbeitsvertrag verstoßen und uns keine andere Möglichkeit gelassen, als so zu reagieren. Für unser Unternehmen sind Ehrlichkeit und Integrität besonders wichtig“, erklärte ihr Vorgesetzter, Charles Taylor, der „Daily Mail„.

Bitter: Das Unternehmen hat offenbar kein Problem damit, dass ihre Mitarbeiter die EM-Erfolge der „Three Lions“ bejubeln und den anderen Mitarbeitern bereits für den Montagmorgen freigegeben. So können sie das Finale gegen Italien in vollen Zügen genießen. Das kann Farooqi jetzt auch – aber aus anderen Gründen.

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Gefeuert wegen Stadion-Lüge: Nina Farooqi würde es wieder tun

Die große Frage lautet nun natürlich: Wie reagiert Farooqi auf ihren Rausschmiss? Mit gemischten Gefühlen: „Ein bisschen bereue ich es schon, natürlich will niemand gefeuert werden. Ich hätte es aber auch bereut, wenn ich es nicht gemacht hätte. Ich würde es genauso noch einmal machen.“ Durch die Hilfe ihrer Freunde soll Farooqi offenbar schon kurz davorstehen, eine neue Anstellung zu bekommen. Spätestens dann wäre der Mittwochabend sicherlich zu verschmerzen!