Peter Neururer
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Was nun? Nach gleich mehreren Rauswürfen ist beim FC Schalke 04 der Weg für einen personellen Neuanfang frei. Wer den wankenden Traditionsclub in eine bessere Zukunft führen soll, bleibt jedoch vorerst offen.

Kein Trainer, kaum Punkte und viele offene Fragen. Nach dem großen Beben beginnt beim FC Schalke 04 ein kniffliger Wiederaufbau. Weil mit Cheftrainer Christian Gross, Sportvorstand Jochen Schneider, Teammanager Sascha Riether, Fitnesscoach Werner Leuthard und Co-Trainer Rainer Widmayer gleich fünf Angestellte gehen mussten, befindet sich der Traditionsclub auf mehreren Ebenen im Schwebezustand.

„Wer tut sich das an? Was da abläuft, ist eine Katastrophe“

Selbst altgedienten Schalkern wie Klaus Fischer fällt es schwer, sich an ein größeres Chaos in der an Turbulenzen reichen Vereinshistorie zu erinnern. Die Suche nach neuem Personal hält der WM-Zweite von 1982 für schwierig: „Wer tut sich das an? Was da abläuft, ist eine Katastrophe“, klagte der 71-Jährige im „Reviersport“ und sprach damit vielen Fans aus der Seele. Ähnlich abschätzig äußerte sich der ehemalige Schalke-Coach Peter Neururer bei Sport1: „Da weiß ja keiner, wer eine Entscheidung zu treffen hat.“

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Vor allem bei der Suche nach einem neuen Trainer drängt die Zeit. Schließlich steht für das Tabellen-Schlusslicht schon am Freitag das Kellerduell mit dem Vorletzten FSV Mainz 05 an, das vielen als letzte Chance für eine Trendwende gilt. Naheliegend wäre deshalb eine Interimslösung mit Mike Büskens, der dem Verein bereits zweimal in ähnlicher Funktion Hilfe leistete. Dem Vernehmen nach ist der 52 Jahre alte einstige Profi von dieser Idee jedoch nicht besonders begeistert. Zudem soll der Düsseldorfer an der Kaderplanung für die kommende Saison mitarbeiten.

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Gut möglich, dass der Verein gleich eine längerfristige Lösung anstrebt. Die Aussage von Aufsichtsratschef Jens Buchta deutet darauf hin: „Die sportliche Situation ist eindeutig, deshalb müssen wir bei jeder noch zu treffenden Personalentscheidung auch über die Saison hinausdenken.“

Steffen Baumgart, Dimitrios Grammozis und Michael Boris sind die Favoriten

Dass der 65 Jahre alte Fußball-Pensionär Neururer seine Hilfe anbot, gehört beim Revierclub mittlerweile zur Folklore. Offenbar werden aber andere Lösungen favorisiert. Demnach gelten der Paderborner Fußball-Lehrer Steffen Baumgart, der ehemalige Darmstadt-Coach Dimitrios Grammozis und Michael Boris (MTK Budapest) als mögliche Gross-Nachfolger.

Der Vertrag von Baumgart beim Zweitligisten aus Ostwestfalen läuft am Ende der Saison aus. „Es gibt keinen Kontakt zu Schalke, wir werden sehen, ob es Gespräche gibt“, kommentierte der 49-Jährige bei Sport1. Als sofortige Lösung scheidet er aber aus.

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Dagegen wäre Grammozis nach seiner Trennung vom Zweitligisten Darmstadt im vergangenen Sommer sofort zu haben. Dem Vernehmen nach soll der 42 Jahre alte gebürtige Wuppertaler schon bei der Trainersuche im vergangenen Jahr ein Kandidat gewesen sein. Seine Erfahrung als langjähriger Nachwuchscoach des VfL Bochum gilt als weiterer Vorteil. Im Falle eines Abstiegs droht die Trennung von zahlreichen Profis. Das verleiht der Entwicklung von Talenten noch größere Bedeutung.

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Als ehemaliger U23-Coach (2010 bis 2011) der Schalker verfügt auch Boris über ähnliche Erfahrungen wie Grammozis. Der 45-Jährige aus Bottrop-Kirchhellen führte den ungarischen Hauptstadtclub MTK im vergangenen Jahr zum Erstliga-Aufstieg. Sein Vertrag in Budapest soll eine Ausstiegsklausel enthalten.

Quelle: dpa