Die meisten Fußballfans dürften Sandro Wagner noch als Spieler mit großen Selbstbewusstsein und flotten Sprüchen in Erinnerung haben. Wirklich beliebt war Wagner als Profi nicht, doch als Experte weiß er zu überzeugen. Bei der Fußball-EM 2021 ist er für das ZDF im Einsatz.

Erfahrung als Experte sammelte er ein Jahr bei DAZN – mit Erfolg. Die Rückmeldungen, auch von Spielerseite, seien Extrem positiv, verriet er vor einigen Monaten der „Sportbild“: „So viele Angebote hatte ich nicht mal zu Spielerzeiten – nur vom Kika habe ich noch nichts gehört.“

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Jetzt ist klar: Zumindest für die „EURO 2020“, wie die Fußball-EM 2021 weiterhin offiziell heißt, hat er sich für das Angebot des ZDF entschieden. Dort ist bei Spielen als Co-Kommentator im Einsatz. Anschließend geht es bei DAZN weiter.

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Bei der deutschen Auftaktpartie gegen Frankreich (15. Juni, 21 Uhr) kommentiert er gemeinsam mit ZDF-Kommentator Béla Réthy – eine spannende Kombination.

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Réthy, der seit 1991 für das ZDF Fußballspiele kommentiert, ist eine feste Institution im deutschen TV. Wo Wagner als Spieler polarisierte, spaltet Réthy die Gemüter als Kommentator. Der gebürtige Wiener spricht mit angenehm-rauchiger Stimme, wird zwischendurch auch mal emotional, aber legt insgesamt einen eher ruhigen Ton an den Tag. Und das schätzen viele.

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Dennoch wird Réthy, der das WM-Finale 2018 in Russland kommentieren durfte, häufig scharf kritisiert. Mit dem Aufkommen der Sozialen Medien hat sich die Kritik ins Internet verlagert, wo gerne über den Kommentator gemeckert wird: Réthy sei aus der Zeit gefallen, spreche Namen häufig falsch aus oder verwechsle zu oft Spieler, so die einschlägige Kritik.

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Als Christian Eriksen während des EM-Vorrundenspiels zwischen Dänemark und Finnland zusammenbrach und die Fußball-Welt in einen Schock versetzte, hatte Réthy keinen einfachen Job. Jana Wiske, Medien- und Kommunikationswissenschaftlerin, lobte: „Ob nun intuitiv oder gewollt: Das Schweigen von Béla Réthy ist eine große Leistung. Nichts anderes hätte die Betroffenheit mehr zeigen können.“

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Sandro Wagner – seine besten Sprüche

Sandro Wagner stand in seiner Spielerkarriere vor allem für eins: Selbstbewusstsein. Im Alter von 30 Jahren gab er im Jahr 2018 sein Nationalmannschafts-Debüt. Zwei Jahre vorher gab er bereits zu Protokoll:

  • „Ich bin in meinen Augen seit einiger Zeit mit Abstand der beste deutsche Stürmer“

Apropos Selbstbewusstsein:

  • „Ich habe Hoffenheim zu einer besseren Mannschaft gemacht. Bevor ich da war, war dort nicht dieser Erfolg. Das hat sich geändert, seit ich da bin.“

Auch als Trainer will Wagner zukünftig durchstarten:

  • „Ich bin überzeugt davon, dass ich als Trainer besser werde, als ich es als Spieler war – weil ich für den Trainerberuf bessere Voraussetzungen mitbringe als damals für meine Spielerkarriere.“

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Zu der Trainersuche beim FC Bayern sagte er einst:

  • „Es wird sich schon jemand in der Republik finden, der uns nächste Saison trainiert. Zur Not mach‘ ich es selber.“

Dass er als Spieler nicht bei jedem gut ankam, war Wagner durchaus bewusst:

  • „In der Wahrnehmung bin ich sicher nicht einer der beliebtesten Spieler. Aber das ist völlig in Ordnung. Ich bin keiner, der sich verstellt. Die Leute wissen ja auch nichts von mir. Ich habe kein Facebook-Profil, wo ich meinen Hamster fotografiere“
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Dass Social Media nicht sein Metier ist, wird auch hier deutlich:

  • „Viele meiner Fußball-Kollegen finde ich nur noch peinlich und zum Fremdschämen. Was sie teilweise auf diesen Seiten von sich geben, das ist für mich nicht nachvollziehbar“

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Seine Unbeliebtheit? Für Wagner keine Überraschung:

  • „Ich fand mich auch immer hochgradig unsympathisch.“

Wagner schaut über den Tellerrand hinaus:

  • „Ich liebe den Fußball, aber wenn mir jemand sagt, Fußball sei sein einziger Lebensinhalt, dann halte ich das für dumm. Dem kann ich nur empfehlen, um 20 Uhr die Tagesschau anzumachen.“

Auch zu Hooligans hat Wagner eine ganz eigene Meinung:

  • „Wenn sich Leute im Wald die Köpfe einschlagen wollen, dann sollen sie das tun. Jeder hat sein Hobby. Die mit den kleinen Eiern treffen sich vorm Stadion, die mit den großen Eiern treffen sich im Wald.“

Für große Diskussionen sorgte er einst mit seiner Aussage zu Spielergehältern:

  • „Gemessen an all dem, was man aufgibt, finde ich, dass auch die bei Bayern zu wenig verdienen – selbst 12 Millionen oder so“

Was man mit dem ganzen Geld anstellt, verriet er nach einem Spiel gegen Augsburg:

  • „Zum Schiedsrichter sage ich nichts. Bevor ich eine Geldstrafe bekomme, kaufe ich mir lieber eine schicke Uhr“

Wagner ist kein Freund von Frauenfußball:

  • „Ich finde, Frauen und Fußball, das passt nicht. Aber vielleicht finden die Damen auch meinen Spielstil schlimm – völlig in Ordnung“

Auch als Experte bei DAZN hat er bereits den ein oder anderen Spruch rausgehauen:

  • „Ich bin bei DAZN und der Ex-Hoffenheim-Co-Trainer bei Barca – irgendwo bin ich falsch abgebogen.“
  • „Solange du den Gegner nicht verarschen willst, ist die Hacke ein probates Mittel.“
  • „Der Kollege Möbelpacker da vorne ist immer besser im Spiel.“
  • „Das Signal ‚Hintermann‘. Das ist von der Kreisliga bis zu diesem Niveau ganz wichtig. Das wird nie aus der Mode kommen.“

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Bela Rethy – seine besten Sprüche

Als Deutschland bei der WM 2018 einen behäbigen Auftritt gegen Südkorea hinlegte, kommentierte Réthy das wie folgt:

  • „Das ist hier alles keine Zeitlupe, das sind reale Bilder.“

Ein plattes Wortspiel oder Zeichen seiner Sprachkunst? Entscheidet selbst:

  • „Der eingewechselte Spieler Folha heißt auf deutsch Blatt, das es ja jetzt auch zu wenden gilt.“

Beim WM-Spiel zwischen Kolumbien und Tunesien meinte er einst:

  • „Das da vorn, was aussieht wie eine Klobürste, ist Valderrama.“

Ein typischer Réthy:

  • Pinto fordert den Ball, aber Soldo entschließt sich zu einem Fehlpass.“

Klar, als Kommentator bleibt der ein oder andere seltsame Ausspruch nicht aus:

  • Ziege ist da umgeknickt… Scheint sich um eine Schulterverletzung zu handeln.“

Und noch einer:

  • „Portugal spielt heute mit sechs Ausländern.“

Ein weiterer typischer Réthy-Satz:

  • „Auf dem Platz bisher nur Kleingehacktes.“

Hier hat er sich verbal verdribbelt:

  • „Jetzt kommt einer, der in der Lage ist, im 1-gegen-1 Überzahl zu schaffen.“

Bei der Fußball-EM 2008 hatte das ZDF Bildprobleme. Réthy nutzte das für eine Kritik am Spiel der DFB-Elf:

  • „Wir haben jetzt das Bild vom Schweizer Fernsehen übernommen. Dadurch sieht das Spiel der Deutschen aber auch nicht besser aus.“

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