Robert Lewandowski
Foto: Instagram/_rl9

Im schwarzen Smoking saß Robert Lewandowski entspannt und mit ein wenig Abstand neben Manuel Neuer. Die beiden Bayern-Stars hatten am Donnerstagabend bei der Weltfußballer-Gala abgeräumt Neuer wurde Welttorhüter, Torjäger Lewandowski bekam von FIFA-Präsident Gianni Infantino den Hauptpreis überreicht. „Das bedeutet mir wirklich sehr, sehr viel“, sagte der 32-Jährige, der als erster Bundesliga-Profi zum Weltbesten gewählt worden war. Und der Triple-Gewinner hofft auf einen Trend.

„Ich hoffe, dass wir nicht noch einmal so lange warten müssen“, sagte der Pole angesichts der 29 Weltfußballer vor ihm, die im Jahr ihres Triumphes nicht für den FC Bayern gespielt hatten. „Ich hoffe, dass unsere Ära noch bestehen bleibt. Wir haben sehr gute Spieler, sehr junge Spieler, die bereit sind.“ Er freue sich sehr, in dieser Mannschaft zu spielen.

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In Zukunft dürfte es etwas leichter werden, zumindest zu den Top 3 der Weltfußballer zu gehören. Die Dauersieger Cristiano Ronaldo (Juventus Turin) und Lionel Messi (FC Barcelona) sind 35 und 33 Jahre alt. Ronaldo gewann die Wahl bislang fünfmal, Messi triumphierte bei sechs Weltfußballer-Vergaben. Entsprechend stolz war Lewandowski, in der Ära der beiden Superstars gewonnen zu haben.

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Während Infantino dem Bayern-Star die Trophäe überreichte, wirkte CR7 übrigens ziemlich beleidigt. Mit verschränkten Armen und grimmigem Gesicht schaute er sich die Prozedur an:

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Dabei hatte sogar der Europameister als Portugals Anführer seine vollen Punkte an Lewandowski vergeben. Das ging aus den Abstimmungslisten hervor, die der Weltverband nach der Kür am Donnerstagabend veröffentlichte. Neben Journalisten und Fans waren bei der Wahl die Kapitäne und Trainer der Nationalmannschaften aller FIFA-Mitgliedsverbände zu gleichen Anteilen stimmberechtigt.

Auch aus Sicht von Welttorhüter Neuer und Joachim Löw führte an Lewandowski bei der Wahl kein Weg vorbei. Der Kapitän und der Trainer der deutschen Nationalmannschaft setzten bei ihrer Abstimmung den Sieger vom FC Bayern auf Rang eins. Neuer hatte Kevin De Bruyne von Manchester City und seinen Ex-Teamkollegen Thiago auf den weiteren Plätzen, Löw votierte zudem für Kylian Mbappé und Sergio Ramos.

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Jürgen Klopp hat derweil seinen Triumph als FIFA-Welttrainer des Jahres wiederholt und sich überraschend vor Bayerns Triple-Coach Hansi Flick durchgesetzt. Der 53-Jährige vom FC Liverpool hatte die Reds in der vergangenen Saison zur ersten englischen Meisterschaft seit 30 Jahren geführt.

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„Wir haben nicht 30 Jahre lang geträumt, aber schon für ein paar. Dass es im Sommer geklappt hat, war absolut außergewöhnlich. Wir alle hatten ein sehr spezielles Jahr unglücklicherweise nicht in einer positiven Art und Weise“, sagte der frühere Trainer des FSV Mainz 05 und von Borussia Dortmund auch angesichts der Coronakrise.

Seit 2010 kürt die FIFA neben dem Weltfußballer auch den Welttrainer des Jahres. Dabei konnten sich vor Klopp im Vorjahr bereits Jupp Heynckes (2013) und Löw (2014) durchsetzen. Als beste Trainerin wurde die Niederländerin Sarina Wiegman ausgezeichnet, die zuletzt das Nationalteam der Fußballerinnen ihres Landes coachte und inzwischen für England tätig ist. Seit der Niederlage im WM-Finale 2019 gegen die USA waren die Niederlande mit ihr ungeschlagen.

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Weltfußballer Lewandowski selbst hat mit seinen 32 Jahren übrigens noch lange nicht genug. „Ich will noch viele Jahre auf einem Top-Niveau spielen“, sagte er. Egal, wie viele Titel er schon gewonnen habe. „Ich habe immer im Kopf, den nächsten zu gewinnen“, sagte er. Aber erst einmal genoss er seinen Premierensieg: „Heute wird es schwierig, einfach schlafen zu gehen“, sagte Lewandowski.

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Auf Twitter war die Freude deutscher Fußballfans für Lewandowski groß:

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Auch hier:

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Seitenhiebe wurden gleichermaßen verteilt:

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Ronaldos Reaktion ist den Twitter-Usern natürlich nicht verborgen geblieben:

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Aufregung gab es nur darüber, dass Hansi Flick kein Welttrainer geworden ist:

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Für den deutschen Rekordmeister war es dennoch ein großer Tag. „Ich kann heute nur schwer in Worte fassen, wie stolz und glücklich wir sind“, sagte der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. „Der FC Bayern hat noch nie in seiner Geschichte den Weltfußballer gestellt, und Robert Lewandowski hat sich diese Ehre mehr als verdient.“ Und Neuer habe das Torwartspiel auf ein „völlig neues Niveau gehoben, er ist für mich der beste Torwart der Fußballgeschichte“.

Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, freute sich über die „tolle Nachricht“, dass der Weltfußballer in der Bundesliga spielt. „An dieser Auszeichnung führte aus meiner Sicht kein Weg vorbei“, sagte er.

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Ein deutscher Nationalspieler hatte es nicht in die elf Profis umfassende Vorauswahl für die Weltfußballer-Wahl geschafft. Joshua Kimmich (25) wurde nach dem Superjahr der Bayern zusammen mit Lewandowski, Alphonso Davies (20) und dem dann zum FC Liverpool gewechselten Thiago (29) in die Weltelf der FIFA gewählt. Bislang einziger deutscher Titelträger bleibt Rekordnationalspieler Lothar Matthäus aus dem Premierenjahr 1991, der damals für Inter Mailand spielte.

Quelle: mit dpa-Material