FC Schalke 04 Amine Harit
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Fußball-Profi Amine Harit ist von seinem Verein FC Schalke 04 mit einer empfindlichen Geldstrafe belegt worden. Das bestätigte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider am Dienstag auf Anfrage.

„Ja, das stimmt. Aber es gibt jetzt wichtigere Themen als die Geldstrafe für den Jungen“, sagte Schneider der Deutschen Presse-Agentur kurz vor dem Start der Videokonferenz der 36 deutschen Profivereine mit der DFL-Spitze um Geschäftsführer Christian Seifert.

Als es in Nordrhein-Westfalen schon erhebliche Kontaktbeschränkungen gab, war der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler in einer Shisha-Bar in Essen gemeinsam mit zehn weiteren Personen nach dem damals gültigen Ladenschluss (18 Uhr) von der Polizei bei einer Corona-Party erwischt worden. Die herbeigerufenen Beamten hatten die unerlaubte Versammlung weit nach Mitternacht aufgelöst.

Für sein Fehlverhalten bekam der Marokkaner, der sich später einsichtig zeigte, von den Königsblauen eine „saftige Geldstrafe“. Zuvor hatten die „Ruhr-Nachrichten“ und die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet. „Amine tut es sehr leid, und es wird nicht wieder vorkommen“, hatte Schneider schon nach dem Vorfall vor rund zehn Tagen erklärt.

Harit muss sich zudem mit einer Spende an einem gemeinsam Hilfsprojekt der Ultras Gelsenkirchen, des Revierclubs und der vereinseigenen Stiftung „Schalke hilft!“ beteiligen.

Die Fans helfen, sogenannte Kumpelkisten unter Wahrung der Hygienevorschriften mit Lebensmitteln zu packen und an Hilfsbedürftige oder Risikogruppen in Gelsenkirchen auszuliefern.

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Harit hatte im Dezember 2019 seinen Vertrag auf Schalke verlängert. Er soll einige Angebote gehabt haben. Auch von durchaus attraktiven Vereinen. Doch nach eigener Aussage hat Amine Harit nicht lange überlegen müssen, ob er seinen Vertrag beim FC Schalke 04 bis 2024 verlängert.

Gründe dafür gab es zuhauf: Harit ist Stammspieler und Publikumsliebling, Schalke hat nach einem Katastrophen-Jahr wieder Europacup-Ambitionen, sein Gehalt wird der Marokkaner deutlich verbessert haben. Doch in diesem Fall kam noch etwas hinzu, was im harten Geschäft Profi-Fußball selten zählt: Dankbarkeit.

„Ich bin dem Verein und den Verantwortlichen sehr dankbar, dass sie auch in schwierigen Zeiten zu mir gehalten und stets an mich geglaubt haben“, sagte Harit: „Dieses Vertrauen möchte ich weiterhin zurückzahlen.“

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In diesem Fall sind das sicher keine leeren Worte. Denn hinter Amine Harit liegt eine tragische Geschichte. Im Juni 2018 hatte er in seiner Heimat einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein 28 Jahre alter Mann tödlich verletzt worden war.

Für Harit der „schlimmste Moment meines Lebens“, den er lange nicht richtig verarbeiten konnte. Er werde „niemals vergessen, was passiert ist“, sagte der heute 22-Jährige, der zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt wurde: „Vor allem tut es mir von Herzen für die Hinterbliebenen des Opfers leid, ich werde sie immer in meinen Gedanken tragen.“ Der Unfall sei ein Leben lang Teil ihrer und seiner Geschichte.

Zwei Ereignisse halfen den Hochgeschwindigkeits-Dribbler, sich wieder aufzurichten. „Die Geburt meiner Tochter Alijah Ende Mai hat mein Leben verändert“, erzählte er: „Sie gibt mir viel Kraft. Gleichzeitig trage ich nun eine sehr große Verantwortung für meine Familie.“

Quelle: dpa