Nach Becherwurf in Bochum: Spielabbruch alternativlos – VfL-Vorstandsvorsitzender entrüstet

Für Schiedsrichter Benjamin Cortus war der Abbruch der Partie zwischen Bochum und Mönchengladbach alternativlos. Der Vorstandsvorsitzende des VfL Bochum geht mit dem Täter hart ins Gericht.
VfL Bochum - Borussia Mönchengladbach
Das Schiedsrichtergespann um Benjamin Cortuns (r) verlässt während des Spiels das Spielfeld, nachdem Schiedsrichterassistent Christian Gittelmann (2.v.r.) einen Becher an den Kopf bekommen hatte. Foto: Bernd Thissen/dpa
VfL Bochum - Borussia Mönchengladbach
Das Schiedsrichtergespann um Benjamin Cortuns (r) verlässt während des Spiels das Spielfeld, nachdem Schiedsrichterassistent Christian Gittelmann (2.v.r.) einen Becher an den Kopf bekommen hatte. Foto: Bernd Thissen/dpa

Es war der achte Spielabbruch in der Geschichte der Bundesliga. Am Freitagabend musste das Spiel zwischen dem VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach nach einem Becherwurf auf den Linienrichter abgebrochen werden.

Schiedsrichter Benjamin Cortus hat den Spielabbruch in Bochum als unvermeidbar bezeichnet. „Bei einem tätlichen Angriff auf einen Spieloffiziellen, in dem Fall den Schiedsrichter-Assistenten, ist ein Spielabbruch einfach alternativlos“, sagte Cortus bei DAZN. Nach einem Becherwurf war das Spiel in der Fußball-Bundesliga am Freitagabend zwischen dem VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach beim Stand von 2:0 für die Gäste abgebrochen worden.

Der Becher habe Gittelmann klar am Kopf getroffen, sagte Cortus. „Er war benommen, ist ins Krankenhaus gebracht worden und wird dort entsprechend untersucht“, sagte der Hauptschiedsrichter. Florian Heft, Cortus‘ zweiter Assistent, habe Gittelmann ins Krankenhaus begleitet.

„Ein paar Leute machen uns alles kaputt“

VfL Bochums Vorstandsvorsitzender Hans-Peter Villis hat mit scharfer Kritik auf den Becherwurf-Skandal beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach reagiert. Der 64-Jährige hofft, dass die eigenen Fans bei der Suche nach der Person mithelfen, die für den Abbruch der Partie am Freitagabend in der Fußball-Bundesliga gesorgt hatte.

„Wir werden denjenigen sicher finden. Mit solchen Fans wollen wir nichts zu tun haben. Hier gibt es ein paar Fans, die ihre Hände und ihr Gehirn nicht im Griff haben. Aber das sind einzelne“, sagte Villis der „Bild“: „Das ist nicht das Verhalten des VfL. Das sind einzige Idioten, die das Image des Vereins nach unten ziehen.“

„Ein paar Leute machen uns alles kaputt, was wir uns seit Jahren hier aufbauen. Das ist hart, das ist entsetzlich“, sagte Villis. „Man muss sich mal den Zusammenhang vor Augen führen: In der Ukraine ist Krieg, wir machen ein Sondertrikot, machen echt alles, um unseren Beitrag zu leisten für dieses fürchterliche Geschehen. Und da sitzen Leute und schmeißen absichtlich mit einem Bierbecher. Wie doof kann man sein? Hier sind 25 000 Zuschauer, machen tolle Stimmung, aber einige Leute schnallen es nicht. 1200 Kilometer von uns ist Krieg…“.

Wie solche Würfe in Zukunft verhindert werden sollen, weiß Villis nicht. „Keine Ahnung, wie man das Problem lösen kann. Vielleicht muss man die wirklich einzäunen, aber das wäre doch traurig. Und das wollen wir auch nicht“, sagte er. „Wir leben davon, dass wir so ein Schmuckkästchen haben, dass wir ganz nah dran sind an unseren Spielern.“

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dpa