1. FC Köln Fans Zuschauer Bundesliga Maske
Foto: Marius Becker/dpa

Nach einem Vorstoß aus der Lokalpolitik hofft Fußball-Bundesligist 1. FC Köln für das Relegations-Hinspiel am Mittwoch gegen Holstein Kiel (18.30 Uhr/DAZN) auf eine Ausnahmegenehmigung für Zuschauer im Stadion.

„Wir haben den Ball aufgenommen. Jetzt wird geprüft, ob es eine Ausnahmeregel geben könnte“, sagte Sportchef Horst Heldt am Montag: „Wir versuchen alles. Es würde uns gut tun, wieder ein paar Zuschauer im Stadion zu haben. Und die Leute hätten es verdient, wieder ins Stadion zu kommen. Aber am Ende entscheidet das das Land, die Stadt muss sich daran halten.“

Normalerweise hätte die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf Werktagen hintereinander unter 100 liegen müssen, um nach der aktuellen Corona-Verordnung in Nordrhein-Westfalen zumindest die Erlaubnis für 500 Zuschauer zu bekommen. Das war nicht der Fall. Doch weil der Wert nur an einzelnen Tagen knapp über 100 lag, hatte der Kölner CDU-Partei- und Fraktionschef Bernd Petelkau einen Vorstoß gewagt.

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„Die Inzidenzzahlen in Köln sinken, auch wenn es einen Ausrutscher über 100 gab. Es wäre ungerecht, wenn ein Gegner von Zuschauern unterstützt werden könnte, der FC aber nicht“, hatte Petelkau, der auch Mitglied des Landtags ist, der „Bild“ gesagt. Die Stadt profitiere davon, wenn der Verein erstklassig bleibe.

Relegation: 5000 bis 10.000 Zuschauer in Müngersdorf?

Petelkau denkt dabei offenbar sogar an mehr als 500 Zuschauer. „In Ostdeutschland wird mit einer Auslastung zwischen zehn und 20 Prozent gespielt“, sagte er mit Blick auf die 7500 Zuschauer am Wochenende in Rostock. In Köln dürften nach dieser Rechnung zwischen 5000 und 10.000 Menschen ins Stadion.

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Der CDU-Politiker erklärte, mit Zuschauern im Stadion habe man „die Fans besser unter Kontrolle und könne so Ausschreitungen wie am Samstag besser verhindern.“ Rund um das letzte Bundesliga-Spiel gegen Schalke war es zu Ausschreitungen vor dem Stadion gekommen.

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Zum Thema Chancengleichheit gehört aber auch, dass Kiel im letzten Zweitliga-Spiel am Sonntag gegen Darmstadt (2:3) Zuschauer ins Stadion hätte lassen dürfen, aber freiwillig darauf verzichtet hatte. „Die Vereine stehen im Austausch“, sagte Heldt: „Aber ob Kiel Zuschauer hat oder nicht, gehört nicht zu unserem Aufgabenbereich.“

„Bereiten uns auf Jetzt-erst-recht-Stimmung bei Kiel vor“

Trainer Friedhelm Funkel vom Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln rechnet nicht mit einem körperlich und mental ausgelaugten Gegner Holstein Kiel in der Relegation. „Wir dürfen nicht damit rechnen, dass sie niedergeschlagen sind. Wir bereiten uns auf eine Jetzt-erst-recht-Stimmung bei Kiel vor“, sagte der 67-Jährige am Montag.

Kiel hat nach zweimaliger Quarantäne acht Pflichtspiele in nur 29 Tagen absolviert und verspielte durch zwei Niederlagen zum Abschluss noch den direkten Aufstieg in die Erste Liga.

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„Es kann im Sport immer passieren, dass du ein oder zwei Möglichkeiten nicht nutzt“, sagte Funkel. „Trainer Ole Werner hat ja auch gesagt, dass sie enttäuscht waren. Das kann ich zu hundert Prozent nachvollziehen. Aber bis Mittwoch werden sie wieder positive Gedanken aufbauen.“ Dann steigt in Köln das Hinspiel.

Die körperliche Komponente spielt für Funkel in solchen Spielen ebenfalls keine Rolle. „Das sehe ich nicht als entscheidend an. Zumal zwischen dem Spiel am Sonntag und dem davor eine Woche Pause war“, sagte er. „Entscheidend wird nur sein, wie wir die beiden Spiele angehen.“ Das werde sein Team „mit guter Stimmung und viel, viel Selbstvertrauen“ machen, deshalb sei er „überzeugt, dass wir es schaffen werden“.

Quelle: dpa